Montag, 1. Juni 2015

Warum ich als Single gegen die "Homo-Ehe" bin

Ich bin ledig und alleinstehend. Nun könnte mich jeder fragen, was ich dann gegen die "Homo-Ehe" habe. Es würde mich doch eigentlich gar nicht tangieren. In diesem Blog habe ich mich mehrfach für eine eingetragene Lebenspartnerschaft aber gegen die völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit einer klassischen Ehe zwischen Mann und Frau ausgesprochen.

Begründet habe ich dies aus dem Glauben heraus, dass Gott Mann und Frau zu "einem Leib" macht. Es ist ein Bund durch und mit Gott. Die Ehe ist offen für Leben, welches von Gott geschenkt wird. Als Realist und als Demokrat weiß ich, dass es Homosexuelle gibt, die eine eheähnliche Lebenspartnerschaft wünschen. Die ihren Bund auch vor der Gesellschaft verbindlich schließen wollen. Ebenfalls bin ich mir bewusst, dass andere Menschen meine kulturell und religiös begründeten Argumente nicht teilen. Dem trägt unsere Gesellschaft damit Rechnung, dass eine eingetragene Lebenspartnerschaft geschlossen werden kann. Aber dies ist keine Ehe!

Als Single unterstütze ich, dass Ehen und vor allen Familien in unserer Gesellschaft eine privilegierte Förderung erhalten. Besonders Menschen, die Kinder haben, brauchen sogar mehr Unterstützung. Die Gesellschaft unterstützt Eheleute, die offen für die Gründung einer Familie sind. Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft und bietet allen Generationen eine Heimat. Zum Beispiel auch in der Pflege von Eltern der Ehepartner. Selbst Alleinstehende sind verbunden mit ihrer Verwandschaft, ihrer elterlichen Familie oder den Familien ihrer Geschwister zum Beispiel.

Homosexuelle Partnerschaften sind von Natur aus keine Keimzelle der Familie. Daher sehe ich nicht ein, dass sie gegenüber anderen Formen des Zusammenlebens privilegiert werden. Schon heute nehme ich mit Bauchschmerzen wahr, dass homosexuelle eingetragene Partnerschaften bereits jetzt viele Vorteile haben. Zum Beispiel im Erbrecht, im Steuer- und Sozialrecht. Im Gegensatz zu Eheleuten dürfen gleichgeschlechtlich eingetragene Lebenspartnerschaften allerdings nicht gemeinsam ein Kind adoptieren. Dies ist nur noch eine der wenigen Unterschiede in der rechtlichen Unterscheidung zur Ehe.

Wenn "Homo-Ehen" gleich wie eine Ehe behandelt werden, stellt man das bisherige System der steuerlichen und rechtlichen Bevorzugung von Eheleuten gegenüber allen anderen Lebensformen grundsätzlich in Frage. Zumal dazu auch die vielen nicht eingetragenen Partnerschaften. Hierzu zählen neben den Alleinstehenden auch die Familien von nicht verheirateten Partnern zählen. Warum darf ich dann zum Beispiel als Single mein Eigentum nicht an Freunden oder Verwandten zu gleichen Bedingungen vererben, die mich mein ganzes Leben begleitet haben? Zu denen ich möglicherweise ein engeres Verhältnis als zu meinen Verwandten habe?
Ähnliche Fragen stellen sich für mich bei der Adoption. Die Adoption an Alleinstehenden ist zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Sinnvollerweise ist aber üblich, dass Säuglinge im Regelfall nur an Eltern (Mutter und Vater) zur Adoption frei gegeben werden. Ich finde dies auch richtig. Besonders Kleinkinder brauchen eine Mutter und einen Vater. Bei homosexuellen Patenschaften könnte trotzdem ein Kind an einem der beiden Partner zur Adoption frei gegeben werden, wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind. Als Alleinstehender muss ich ebenfalls völlig zu Recht bei der Zulassung zur Adoption Einschränkungen akzeptieren.

Ich bleibe dabei, dass Ungleiches nicht gleich behandelt werden kann und darf. Wenn die völlige Gleichstellung der "Homo-Ehe" gesellschaftlich gewollt ist, muss man überdenken, ob man die Ehe grundsätzlich noch privilegiert. Oder ob man diesen Status inbesondere für kinderreiche Familien ausbaut und kinderlose Partner gleich wie Alleinstehende behandelt. Kinderlose Paare sind häufig Doppelverdiener und haben gemeinsam geringere Lebenshaltungskosten als Alleinstehende.

In diesem Fall würden dann auch die vielen Patchworkfamilien profitieren. Unsere Gesellschaft muss überlegen, wie sie hierbei eine gerechte, sozial vertretbare Regelung findet, die auch finanzierbar ist. Es kann nicht sein, dass Alleinstehende und unverheiratete Paare immer mehr Lasten für alle möglichen Partnerschaften übernehmen sollen, die der Staat bevorzugt. Gerade die Auswirkung der "Homo-Ehe" auf das Steuersystem und die Finanzierung unseres Sozialsystems wird die Konflikte in unserer immer älter werdenden Gesellschaft zusätzlich verschärfen.

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