Sonntag, 9. Juli 2017

Gebetsvigil während des G20-Wochenende in Hamburg auf Twitter

Wohl kaum ein Mensch, der die Ereignisse rund um den G20-Gipfel in Hamburg in den Medien verfolgt hat, war nicht geschockt. Was uns vorgeführt wurde, war die reine Hölle, wie man es im Volksmund nennt. Bezeichnenderweise gaben die Organisatoren ihrer eigenen Demonstration den Namen ">Welcome to Hell (Willkommen in der Hölle)".

Kriminelle Polithooligans (sind es vielleicht sogar die gleichen, die europaweit in Fußballstadien randalieren?) verwüsteten ganze Straßenzüge und gefährdeten Leib und Leben anderer Menschen. Die Polizei war zeitweise nicht in der Lage, ihrer Herr zu werden. Die Nacht wurde zum Triumph dämonischer Gewalttäter, denen auch wir an den Fernsehern machtlos gegenüber standen. Aus religiöser Sicht war hier eindeutig Satan im Spiel.

Für mich persönlich wurde die dunkle Szenerie auch noch verschärft, weil am Freitagabend in meinem Dorf  - und damit auch in meinem Haus -für wenige Minuten komplett der Strom ausfiel. Ich erinnerte mich an die Worte des hl. Paulus, die er an die Thessalonicher richtete: "Betet ohne Unterlass!" Als Christen sind wir berufen, der Bosheit mit der Waffe unseres Gebetes zu begegnen. Auch der Engel von Portugal beschwörte die Kinder zum ständigen Gebet:

"Was macht ihr? Betet, Betet viel! Die heiligsten Herzen Jesu und Mariens haben mit euch Pläne der Barmherzigkeit vor. Bringt dem Allerhöchsten ständig Gebete und Opfer dar."

So begann ich am Freitagnachmittag auf Twitter, bis in den späten Abend Gebete zu posten. Ich betete das >"Gebet um Frieden" unseres Papstes Franziskus, >"Mach mich zum Werkzeug des Friedens" vom hl. Franziskus, die >"Friedensbitte", das >"Gebet um dem Frieden" von Heinz Pangels, >Gebet von Mutter Teresa sowie Psalmen aus der Bibel.

Als die Gewalt eskalierte und das Wirken des Gewaltdamons immer deutlicher zum Vorschein geriet, betete ich das >Gebet an den Erzengel Michael. Bevor ich ins Bett ging, betete ich noch einmal um Fürsprache bei meinem Schutzpatron, den >hl. Georg, den Drachentöter, dass der Drache der Gewalt getötet werde.

Auch am Samstagabend setzte ich meine Gebetsvigil auf Twitter fort. Ich betete zuerst die Vesper, das Abendgebet der Kirche. Danach betete ich die >Pfingssequenz "Komm herab, du heiliger Geist, der die dunkle Nacht zereißt", >"Atme in mir, du hl. Geist" (Hl. Augustinus), >"Seele Christi" (Hl. Ignatius von Loyola) und das altwürdige >Mariengebet "Unter deinem Schutz und Schirm".

Da sich abzeichnete, dass der Drache der Gewaltexzesse am Samstag Abend offebar nicht mehr die Oberhand gewann und die Nacht friedlich verlaufen zu schien, beendete ich meine Vigil mit einem letzten >"Gebet um Frieden" (Bruder Klaus).

Insgesamt habe ich an den beiden Tagen ca. 300 Gebetstweets gepostet. Sie waren alle mit den Schlüsselwörtern #G20HH2017, #wellcometohell, #prayforhamburg oder den von mir am Samstag ins Leben gerufenen #g20vigil versehen und für Menschen sichtbar, die sich mit dem Thema G20 auf Twitter beschäftigten. Ich bekam von vielen Followern und Lesern positive Resonanz auf meine Gebetsaktion. Insgesamt bereicherte mich aber das Gebet auch persönlich sehr.

Wenn es zu außergewöhnlichen Krisenereignissen wie am vergangenen Wochenende in Hamburg kommt, werde ich ähnliche Gebetsvigilien bestimmt wieder halten. Vielleicht gibt es auch andere, mit denen man sich auf Twitter im Gebet verbinden könnte, sodass wir eine gemeinsame Kette des Gebetes bilden.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Das sterbende "C" im Regierungsprogramm der CDU

Wieviel "C" ist noch im Markenkern der CDU enthalten? Nicht nur bei dem politischen Ränkespiel um die Knall über Fall herbeigeführte "Gewissensentscheidung" für die sogenannte "Ehe für alle" im Bundestag entstanden Zweifel an ihrer christlichen Wertorientierung. Immerhin 75 von 310 CDU-Bundetagsabgeordneten, mehr CDU-Abgeordnete als Abgeordnete der Grünen und Linken, sprachen sich für die Öffnung der Ehe auch für homosexuelle Paare aus und gaben damit den besonderen Schutz der Ehe von Mann und Frau auf. Ganz im Gegensatz zur Lehre der katholischen Kirche, nach dem die Ehe nur von Mann und Frau geschlossen werden kann.

Aber auch im kürzlich veröffentlichten >Regierungsprogramm der CDU 2017-2021 ist von einer Orientierung am christlichen Menschenbild nur noch am Rande die Rede. Ganz im Gegensatz zum vorherigen >Regierungsprogramm 2013-2017, in dem die CDUsich noch an mehreren Stellen ausdrücklich dazu bekannte:
" Denn als Parteien mit einem christlichen Menschenbild vertrauen wir den Menschen und ihren Entscheidungen. Rot-grüne Bevormundungspolitik lehnen wir ab."
"Die Entwicklungspolitik von CDU und CSU ist wertebestimmt und liegt zugleich im Interesse Deutschlands. Sie beruht auf unserem christlichen Bild vom Menschen und der Solidarität mit den Armen und Unterdrückten."
"Dieses Programm ist unser Angebot für einen erfolgreichen Weg in die Zukunft. Unsere Politik ist geprägt vom christlichen Menschenbild."
Im Regierungsprogramm 2017 bekennt sich die CDU hingegen nur noch an einer Stelle ausdrücklich zum christlichen Menschenbild:
"CDU und CSU verbindet das christliche Menschenbild, in dem der Mensch im
Mittelpunkt steht und die Würde des Menschen unantastbar ist. Uns eint ein
gemeinsames Wertefundament und das Bekenntnis zur Sozialen Marktwirtschaft.
Unsere Wurzeln sind christlich-sozial, liberal und konservativ. Auf dieser Grundlage
gestalten wir seit vielen Jahrzehnten erfolgreich Politik."
Dass sich die CDU längst nicht mehr am christlichen Menschenbild orientiert, zeigt sich an vielen Inhalten im Programm. Beispielhaft wird dies beim Thema Familie am deutlichsten:
"Familien und Kinder sind unser großes Glück. Wenn zwei Menschen füreinander da
sind und Verantwortung übernehmen, leisten sie einen Beitrag zu einer menschlichen
und stabilen Gesellschaft"
Hier wird offen gelassen, ob es sich um eine eine Partnerschaft von Mann und Frau handelt. "Weiter heißt es:
"Wir schreiben Familien kein bestimmtes Familienmodell vor. Wir respektieren die
unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens. Menschen sollen selbst entscheiden,
wie sie ihr Zusammenleben gestalten und ihren Alltag organisieren..."
Auch hier distanziert sich die CDU ganz klar von einem christlichen zugunsten einen liberalen Verständnis vom Begriff der Familie.