Freitag, 30. Dezember 2016

Video: Menschen in Münster: Bischof Felix Genn

In dem Video-Format "Menschen in Münster" der "Westfälischen Nachrichten" wird der Bischof Dr. Felix Genn von Münster vorgestellt. In dem Video zeigt erklärt der Bischof wichtige kirchliche Orte und Institutionen in unserer Bistumsstadt.  Ein Video, dass möglichst viele Katholiken in unserem Bistum sehen sollten. Unter anderem führt der Bischof an seine Orte seines Gebetes, der Marienkapelle und der Grablege sowie dem  Grab des berühmten Kardinal Graf von Galen. Bischof Felix gibt uns auch einen Einblick in seiner Sendung als Bischof. Sein Leitspruch lautet: "Nuntiamus vobis vitam -Wir verkünden euch das Leben". Er möchte das Leben verkünden, das von Gott her kommt, das Ewige Leben, "das kein Verfallsdatum" hat, so drückt es der Bischof aus. Das Video ist zum Jahresende ein wunderschönes Geschenk.

Zwischen den Jahren - eine geistliche Bestandsprüfung

Die Zeit zwischen den Jahren lädt ein, sich über seinen geistlichen Seelenzustand gedanken zu machen und vielleicht vor der lauten Sylvester-Party eine kleine Gewissensprüfung durchzuführen:

  • Wie war mein Verhältnis zu Gott im vergangenen Jahr? Bin ich Gott fremd geworden? Wie war mein Gebet, mein Sakramentenempfang?
  • Bin ich meinem Gewissen gefolgt? Habe ich mir Mühe gegeben, gut zu den Menschen in meiner Umgebung zu sein?
  • War ich ein Licht für die Welt, habe ich das Evangelium an andere weiter gegeben?
  • Habe ich die Gemeinschaft der Glaubenden in meiner Pfarrei und in der ganzen Kirche gestärkt?
  • Habe ich gerichtet oder habe ich zur Versöhnung beigetragen?
  • Was möchte ich ändern? Was nehme ich mir für das kommende Jahr vor?
All dies können wir uns mit dem Gebet des Bruder Klaus Gottes Barmherzigkeit anempfehlen:

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.


Montag, 26. Dezember 2016

Mein Projekt "Die Bibel ganz durch lesen" wird fortgesetzt

Ich hatte mir Anfang dieses Jahres vorgenommen, die Bibel von Anfang bis Ende durchzulesen. Viele fanden dies toll. Aber es gab auch durchaus skeptische Reaktionen. Einer riet mir sogar davon ab, die Bibel zu lesen:

Ganz unrecht hatte mein Kritiker nicht. Austausch und Begegnung kann durchaus hilfreich sein, um die Bibel zu erforschen. Aber warum soll man die Bibel nicht auch alleine betend betrachten können? Gott selbst spricht durch sein Wort zu uns. Es gibt allerorten Theologen und kluge Leute, die uns die Bibel gerne vorkauen möchten. Oft kommt dabei ein theologischer Brei zustande, der der Lehre der Kirche komplett widerspricht. Umgekehrt kann eine gute theologische Auslegung der Bibel ungemein behilflich sein, ihren Sinn und Gottes Willen noch tiefer zu verstehen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn diejenigen, die die Bibel auslegen, tief im (katholischen) Glauben verwurzelt sind.

In erster Linie muss die Bibellektüre eine Lectio Divina sein. Sie bleibt immer auch ein Kampf, weil der Satan uns ständig an dem Gebet und dem Hören auf dem Wort Gottes zu hindern versucht. Genauso verlief das Jahr auch für mich. Nur stückweise gelang es mir, die Bibel zu lesen. Ich schaffte nur die fünf Bücher Mose und das Buch Josua. Aber allein die Worte aus diesen Büchern haben mich ungemein bereichert und während des ganzen Jahres begleitet. Auch im kommenden Jahr werde ich meine Bibellektüre mit dem Buch Richter fortsetzen.

Was ist schon ein Jahr in der Ewigkeit? Wenn Gott es will, werde ich die Bibel während meines Lebens komplett betrachtet haben.

Sonntag, 25. Dezember 2016

Leere Kirche am 1. Weihnachtstag

Diese Tage bereiteten einige kirchliche Medien uns regelmäßige Kirchgänge auf volle Kirchen und ungewohnte Gäste vor. Jene Menschen, die die Kirche nur noch ein- oder zwei Mal im Jahr besuchen; An Weihnachten, und vielleicht an Ostern. Kaplan Olding aus Geldern sprach Klartext. Über Weihnachtskirchgängern und über jene, die angeblich die Nase über sie rümpfen.

Doch längst hat sich der Trend auch hier geändert. Selbst an Hochfesten sind die Kirchen langst nicht mehr allerorten überfüllt. Dies ist mir nicht erst an diesem 1. Weihnachtstag im Jahr 2016 aufgefallen. Schon in der Karwoche war unsere Pfarrkirche sehr schwach besucht. Gründonnerstag und Karfreitag war die Kirche höchstens zur Hälfte besetzt. Diese Feiertage gehören zu den höchsten Festen unserer Kirche.

Sogar Ostern, das höchste Fest der Christenheit, ist nicht mehr für alle Menschen zwingend ein Grund, zur Kirche zu gehen. Am 1. Ostersonntag waren einige Bänke unserer Pfarrkirche im Hochamt leer  Ich erinnere mich daran noch gut, denn ich habe mit unserem Chor in der Messe gesungen. Noch rarer besucht war das Hochamt am 2. Osterfeiertag.  Am Heiligen Abend war ich nicht in meiner Pfarrei, weil ich mit meiner Angehörigen im Altenheim die Messe besuchte. Die Christ-Messe am Abend wird an Heiligabend aber sicher gut besucht worden sein, während in der nächtlichen Christmette wieder fast nur Insider und Fans dieser wunderbaren Liturgie saßen.

Am heutigen 1. Weihnachtstag erschrak ich mich fast. Die vorderen Reihen waren ziemlich leer, Hinten war die Kirche besser besetzt.  Die Zeiten, dass die Kirchen am Weihnachtstag überfüllt sind, sind lange vorbei. Ich fand dies sehr ernüchternd und musste mich ein wenig zusammenreißen. Schließlich geht man in die Kirche, um den Herrn anzubeten und seine Gegenwart als Jesuskind zu bejubeln,

Aber es läßt sich nicht bestreiten; Die Leute können längst sehr gut Weihnachten ohne Kirchgang feiern.  Auch hier wirkt sich das Aussterben der Volkskirche aus. Umso größer ist die Herausforderung an die ganze Kirche, die Menschen zu erreichen, ihnen zu vermitteln, dass sie das Wichtigste verpassen, was Weihnachten wirklich ausmacht: Eine Geburtstagsparty feiert man schließlich nicht ohne das Kind, dessen Ehrentag man feiert.,

Samstag, 24. Dezember 2016

Die Weihnachtsbotschaft verändert diejenigen, die sie hören und an ihr glauben

Im Pfarrbrief unserer Pfarrgemeinde wurde die Frohe Botschaft von Weihnachten auf den Punkt gebracht. Da dieser Text so lesenswert ist, teile ich ihn mit den Lesern in meinem Blog, denen ich von Herzen Frohe Weihnachten wünsche:

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Lukasevangelium überliefert uns den Gesang der Engel für die Hirten auf dem Feld bei Bethlehem. Die Engel singen das „Gloria“ für diejenigen, die gerade die Botschaft gehört haben, dass der Retter der Menschen da ist, den sie allerdings noch nicht aufgesucht und angebetet haben. In vielen Messfeiern singen auch wir dieses „Gloria“, um mit allen und für alle in den Gesang der Engel einzustimmen und zu zeigen, dass wir als Gemeinde versammelt sind, um Jesus Christus aufzusuchen und anzubeten: er ist in der Feier der Messe auf besondere Weise da und anders als sonst in der Welt – im Wort und im Sakrament.

Das „Gloria“ sagt, worum es dieser Feier der glaubenden Menschen geht: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.“

Die Botschaft von der Ankunft des Retters verändert die, die diese Botschaft hören. 
Die Botschaft von der Gegenwart Gottes verändert die, die mit diesem Retter leben. 
Sie ehren Gott: sie loben und danken ihm für das, was er getan hat. 
Sie leben den Frieden; das ist etwas anderes, als friedlich zu sein, weil alle bis an die Zähne bewaffnet sind mit Worten, Taten und Material. 
Sie erkennen die paradoxe Lebensart, die der Friede fordert, und können mit Blick auf Jesus Christus die scheinbaren Gegensätze auflösen:

  • Den Frieden zu leben – inmitten des Unfriedens. 
  • Zu glauben, zu hoffen, zu lieben 
  • umgeben von Unglaube, Hoffnungslosigkeit und Hass. 
  • Gerecht, tapfer, klug und maßvoll zu sein – bei aller Ungerechtigkeit, Feigheit, Dummheit und Maßlosigkeit. 

Frieden wird ermöglicht und gleichzeitig gesichert durch ein Leben aus den Tugenden. 

Der Liedermacher Lutz Scheufler hat in einem seiner Lieder den Weg des Friedens nachgezeichnet:
"Kein Frieden in der Welt ohne Frieden zwischen Völkern.
Kein Frieden zwischen Völkern ohne Frieden im Land.  
Kein Frieden im Land ohne Frieden in den Städten.
Kein Frieden in den Städten ohne Frieden im Haus. 
Kein Frieden im Haus ohne Frieden zwischen Menschen.
Kein Frieden zwischen Menschen ohne Frieden in mir. 
Kein Frieden in mir selbst ohne Frieden mit dem Schöpfer.
Nur Jesus Christ allein gibt dir den Frieden mit Gott. Frieden wird werden, Frieden auf Erden, 
Frieden wird sein, lässt du Jesus in dein Leben ein!" 

Wir wünschen Ihnen ein Weihnachtsfest voller Frieden und gesegnete Feiertage!

Quelle: Pfarrbrief der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist Bakum ...

Die erste Weihnachtsbotschaft des neuen Offizials Theising | Offizialat Oldenburg

Weihbischof Wililfried Theising hat auf dem Vechtaer Bahnhof seine erste Weihnachtsbotschaft als neuer Offizial an die Menschen im Oldenburger Land gerichtet. In diesen Tagen trägt er das Friedenslicht aus Bethlehem bei sich. Er erläutert uns dessen Bedeutung und Botschaft, mit der wir den Kern des Weihnachtsfestes tiefer ergründen mögen. Ich wünsche Weihbischof Theising Gottes Segen und dass er in seiner ganzen Amtszeit durch dieses Friedenslicht begleitet wird.

Freitag, 16. Dezember 2016

Bischof Genn will Pastoral in den Gemeinden erneuern

Der Bischof von Münster Dr. Felix Genn will über die derzeitige Planung hinaus keine weiteren Pfarreifusionen. Die Zahl der Pfarreien richte sich nicht automatisch nach der Zahl der verfügbaren Priester, schrieb er in einem Brief an die Priester und Seelsorger, der auszugsweise auf der Bistumshomepage veröffentlicht wurde. Im Zentrum einer Papstoral solle aber die Feier der Eucharistie stehen, welche bereichernd für alle Gläubigen sei. Die Menschen müssten sie als "persönlich bedeutungsvoll" erleben. Die Gläubigen dürften nicht vergessen, "dass wir als Kirche aus der Eucharistie leben", wird er zitiert. Es würden auch in Zukunft Priester gebraucht, die"Jesus Christus erfahrbar" machten und die Gläubigen durch die "Feier der Sakramente" stärkten.

Wie die Pastoral in jenen Pfarreien funktionieren soll, in denen keine Priester verfügbar sind, wurde aus dem Schreiben nicht deutlich.

Montag, 12. Dezember 2016

Adventsandacht "20 vor 5" in unserer Pfarrei

An allen vier Adventssonntagen findet in unserer Pfarrkirche eine 20-minütige Andacht statt, die von Gemeindemitgliedern gestaltet wird. Die Idee ist, die Leute zwischen Kaffee und Abend zu einem kurzen Moment des adventlichen Gebets und der Besinnung in der Kirche einzuladen. Kerzenlicht in der Kirche, das Entzünden des Adventskranzes und Adventslieder sorgen für eine schöne Atmosphäre. Am letzten Sonntag hatte ich die Gelegenheit, daran teilzunehmen und es war wirklich sehr schön. Es wurden mehrere Gebete, Psalmen, die Schrifttexte des Tages und Meditationen darüber betrachtet. Alte Adventslieder und Neue Geistliche Lieder vertieften das Gebet, darunter auch "Bonum est confidere in Domino". Unser Pfarrer begleitete die Gesänge musikalisch am Klavier. Auch solche Ereignisse helfen, die Adventszeit intensiver zu erleben.

Samstag, 10. Dezember 2016

Krippen in Südoldenburg - Miniaturkunstwerke alter Tradition


Stubbenkrippe in Carum an Weihnachten 2015
In diesen Tagen werden in vielen Dörfern und Städten in Südoldenburg wieder Weihnachtskrippen errichtet. An dieser alten Tradition beteiligen sich auch heute noch viele Frauen und Männer unserer Region. In der Gemeinde Bakum werden in allen fünf Kirchen Krippen alljährlich zur Adventszeit aufgebaut. Nicht wenigen Menschen in den Dorfgemeinschaften liegt die Krippe in “ihrer” Pfarrkirche ganz besonders am Herzen.

Die Augen des Carumer Kirchenküsters Heinz Plump leuchten, wenn er über den Krippenbau in seiner Dorfkirche erzählt. Die Einwohner des 250-Seelen-Ortes zwischen Bakum und Dinklage können zu Recht stolz auf ihre wohl größte Stubbenkrippe im Landkreis Vechta sein. Sie ist mehr als 100 Jahre alt und füllt fast den ganzen linken Seitenflügel der Kirche aus. Ganze Landschaften mit unzähligen Miniaturfiguren und natürlich dem Stall mit der Krippe werden in ihr dargestellt. Ebenso alt ist die Krippe in der Lüscher Kirche, die ursprünglich von der ehemaligen Lüscher Hofstelle Tabeling am Osterberg stammt. Seit vielen Jahren baut ein Trupp sie in der Lüscher Kirche auf.

Ebenfalls sehr aufwändig gestaltet ist die Krippe in der Vestruper Kirche. Für Reinhard Brinker und sein Team gehört es seit mehr als 30 Jahren zur Weihnachtszeit dazu, dafür zu sorgen, dass die Figuren an der Krippe in die gewünschte Position gesetzt werden. Über den Zauber ihrer Krippe berichten die Vestruper ausführlich auf ihrer Dorfhomepage. Die Krippe in der katholischen Pfarrkirche in Bakum hat wiederum einen ganz anderen Charakter. In ihr werden im Verlauf der Advents- und Weihnachtszeit mit den Figuren unterschiedliche Bilder aus der Weihnachtsgeschichte dargestellt.

Ein Geheimtipp ist für mich die Weihnachtskrippe in der Gethsemanekirche in Bakum. Ich bekam ihn von einem Mitglied der evangelischen Gemeinde, der mich auf sie aufmerksam machte. Seitdem besichtige ich sie jedes Jahr. Die schlichten Holzfiguren mit fröhlich bunten Kostümen strahlen die weihnachtliche Freude aus und fügen sich sehr gut in die Holzbauweise der Kirche ein. Einige südoldenburger Frauen und Männer haben viel Geld und Zeit in den Krippenbau investiert. Zum Beispiel Maria Schröder aus Büschel. Viele Krippenfiguren hat sie weiter verschenkt. Zum Beispiel an die Katharinenschule in Bakum. In der Grundschule werden sie alljährlich zur Weihnachtszeit wieder aufgestellt.

In vielen Privathäusern im Oldenburger Land werden Krippen aufgebaut. Sie erzählen die Geschichte von der Geburt Jesu Christi in einer Flüchtlingsfamilie, die nach langer Suche ein Obdach in einem ärmlichen Stall in Bethlehem fand. Auch ich werde wieder unsere alte Familienkrippe aufstellen. Welche meiner Vorfahren sie sich besorgten, weiß ich nicht. Heiligabend werde ich das Christkindlein in die Krippe legen. Das ist für mich der Beginn des Weihnachtsfestes.

Diese Kolumne von mir wurde in der Oldenburgischen Volkszeitung veröffentlicht.

Freitag, 9. Dezember 2016

Fatima-Gebetstag an "Mariä Empfängnis" in der Marienbasilika Bethen

In der Marienbasilika in Bethen bei Cloppenburg
Selten erlebt man in unserer Region Südoldenburg noch ganz feierliche katholische Feste nach traditioneller Weise. Ein solches fand am gestrigen Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8. Dezember) in der Marienbasilika in Cloppenburg-Bethen statt.

Es war das erste Mal, dass ich daran teilnehmen konnte. In Niedersachsen ist kein gesetzlicher Feiertag. Aus beruflichen Gründen war mir dies bislang nicht möglich. In diesem Jahr nutzte ich die Gelegenheit, in den Marienwallfahrtsort im Oldenburger Land zu fahren, der nur wenige Kilometer von mir entfernt liegt. Die anderen Pilgerer kamen aus dem ganzen Oldenburger Land, Bremen und ich habe sogar ein Autokennzeichen aus Nordrhein Westfalen entdeckt.

Die Glocken der Basilika läuteten schon freundlich, als ich Bethen erreichte. Die Basilika selbst war schon recht gut besucht, aber nicht voll.  Dennoch spürte ich gleich beim Rosenkranzgebet den Segen. Es ist schön, wenn man in einer Gemeinschaft den Rosenkranz betet, besonders, wenn man sonst "Einzelkämpfer" ist. Nach dem Rosenkranz begann anschließend ein sehr feierliches Festhochamt. Monsignore Költgen zog mit mehreren Priestern, älteren Messdienern und Männern, die eine Fatima-Madonna hereintrugen, in die Kirche. Das Kyrie und Gloria war auf Latein und die Eucharistie wurde mit dem 1. Hochgebet zelebriert. Dies ist insofern bemerkenswert, weil beides viel zu selten noch in einer katholischen Kirche so feierlich vollzogen wird.

Im Kern der Heiligen Messe stand die

Weihe an die heiligsten Herzen Jesu und Mariä:

Heiligstes Herz Jesu, Du liebst das Unbefleckte Herz Deiner Mutter wie Dein eigenes Herz. Du wünschest, dass wir Deinem und ihrem Herzen vereint huldigen und uns weihen, denn ihr habt uns Menschen wie mit einem einzigen Herzen erlöst.
Heiligste Herzen Jesu und Mariens, die ihr ganz eins seid, wir weihen uns Euch, damit auch wir ein Herz und eine Seele werden und einander lieben, wie ihr Euch liebt. Durch diese Weihe wollen wir euch alles anvertrauen und übergeben: alles was wir tun und leiden, unseren Leib und unsere Seele, heute und morgen und für immer.
Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen, herrsche durch Deine Liebe und Deinen Frieden in unseren Herzen, in unseren Familien, in der ganzen Welt. Führe durch Maria, der Königin der Welt, die Völker zur Einigkeit, die Irrenden zu Deiner Herde, die verlorenen Söhne und Töchter ins Vaterhaus zurück.
Jesus und Maria, ihr habt Pläne der Barmherzigkeit mit uns Sündern. Ihr erhört unsere Gebete und Opfer, gebt uns Kraft, die Gebote zu halten, dem Geist der Welt zu entsagen und an die Rettung der Welt mitzuwirken.
Segnet unsere Brüder und Schwestern in der ganzen Welt und schreibt die Namenaller in eure Herzen zum Zeichen, dass wir Euch für immer angehören dürfen.
Zum Dank für eure große Güte wollen wir nach unserem Weiheversprechen leben, die Liebe und Verehrung zu euren Heiligsten Herzen fördern, damit sich Euer Reich auf der ganzen Welt ausbreitet.
Heiliger Josef, Du Beschützer des Reiches Christi auf Erden, bringe unsere Weihe den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä dar und erbitte uns die Gnade, dass wir im uns Himmel alle wiederfinden. Amen
 Nach der Messe schloss sich die Heilige Stunde mit einer sehr langen eucharistischen Anbetung statt, in der Jesus und Maria angefleht wurden, sich der geistigen Nöte unserer Zeit anzunehmen. Der alte Priester, der die Anbetung leitete, hatte wohl eine Erkältung und Mühe, die vielen Litaneien und Gebete vorzutragen. Sie wurden durch viele adventliche Lieder und feierliche Gesänge unterbrochen. Beim nochmaligen Rosenkranzgebet trug der Priester dennoch mit seiner gebrochenen Stimme alle Gesätze vor. Da ich das erste Mal dabei war, war dies für mich ein besonderes Ereignis. Wenn es möglich ist, werde ich an diesem Tag wieder in Bethen sein.

Einladend läuten die Glocken der 
Marienbasilika in Beten
 zur Ehre Gottes

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Prälat Kossen, ein Seelsorger für Menschen am Rand der Gesellschaft

Prälat Kossen mahnte bei der Maidemo in Vechta
menschenwürdige Behandlung der Werkarbeiter an.
Prälat Mons. Peter Kossen war ein Seelsorger unter den Menschen. Bekannt wurde unser bisherige stellvertretende Offizial durch seinen unermüdllichen Einsatz für die Werkarbeiter, die in Südoldenburg in den industriellen Schlachtbetrieben unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen.

Der eher schlicht und unauffällig gekleidete und wirkende Priester war mitten unter denen, die am Rande der Gesellschaft standen und war sich nicht zu schade, sich selbst an einer Gewerkschaftsdemonstration gegen die Ausbeutung dieser Menschen zu beteiligen. Er handelte im gleichen Sinne wie Papst Franziskus, die Barmherzigkeit für alle zu fordern. Noch im Sommer erlebte ich ihn auf der Demo am 1. Mai in Vechta. Obwohl wir uns selten getroffen hatten, kannte er mich und begrüßte mich. Er kannte die Menschen und hatte sie im Blick.

Ein Prälat spricht auf einer Gewerkschaftsdemonstration? Für traditionalistische Katholiken mag dies ein NoGo zu sein. Die Gewerkschaften gelten vielen als eine gottlose Institution. Auf der anderen Seiten darf es Christen nicht gleichgültig sein, wenn Menschen unwürdig behandelt werden. Sie müssen sich in die Reihe der Menschen einreihen, die sich gegen das Unrecht einsetzen. Sie müssen auch dort das Evangelium verkünden. Nicht das Geld, sondern Gottes Gebote müssen in der Arbeitswelt eingehalten werden.

An anderer Stelle erlebte ich ihn auch als einen hervorragenden Prediger im Langfördener "Dom", der Pfarrkirche St. Laurentius in Langförden,  Dieser Priester ist ein Symbol für die Vielfalt unserer Kirche, in denen es ganz unterschiedliche Menschen mit ihren eigenen Charismen gibt. Seine Botschaft ist, dass der christliche Glaube nicht ein frömmelndes Dasein im privaten Zummer ist, sondern auch in die Gesellschaft einwirken muss. Prälat Kossen steht damit in einer Reihe mit dem sel. Kardinal Clemens August Graf von Galen, der sich gegen das Unrecht im Nationalsozialismus wandte.

Mons. Petter Kossen wechselt nun als Pfarrer nach Lengerich. Sicher wird er auch dort Seelsorger sein, besonders für diejenigen Menschen, die am Rand stehen. Er wird sich für deren Würde weiterhin einsetzen. Viele Menschen in Südoldenburg werden ihn in dieser Erinnerung behalten und ihm auf seinem Weg, wie ich, Gottes Segen wünschen.

Dienstag, 29. November 2016

Das Eingangslied zum Advent

Mönche des Klosters Maria Laach singen den Introitus, das Eingangslied zur Messe des ersten Aventssonntags. Nach dem dunklen Totenmonat November beginnt nun wieder das Licht größer zu werden. Mein Blick kann sich wieder heben, und schon ist in der Ferne wieder Weihnachten zu sehen. Das Licht der Welt, Christus, kommt in unsere Dunkelheit und will uns mit seiner Herrlichkeit erleuchten.

Sonntag, 27. November 2016

Und was nun bedeutet eigentlich der ADVENT?

Was ist Advent? Vor einem Jahr stellte die Münsteraner Zeitung Westfälische Nachrichten diese Frage Bürgern im Stadtzentrum unserer Domstadt. Und was ist nun der Advent? Zusammensein mit Freunden, Plätzchenbacken oder auf den Weihnachtsmarkt gehen? Ist es die Vorbereitungszeit auf ein "Fest der Liebe"? Oder geht es darum, dass der Herr Jesus Christus auch in unserem Leben neu geboren werden will? Stellen auch wir uns am heutigen ersten Adventssonntag die Frage, was Advent für uns bedeutet!

Samstag, 26. November 2016

Der (hl.) Nikolaus als Pausenclown?

Er darf nicht fehlen. Der freundliche alte Mann mit langer Mütze, weißen Bart und rotem lsngem Mantel und verteilt Geschenke an die lieben Kleinen. Moment Mal, ist dies nicht der Weihnachtsmann? So genau weiß das nicht jeder, aber das spielt auch keine Rolle. Es ist der heilige Nikolaus. In der Vechtaer Innenstadt macht er glatt Überstunden. Schon zwei Wochen vor dem eigentlichen Gedenktag des heiligen Bischofs ist er in der Innenstadt und nimmt die Stiefel der Kleinen entgegen, die sie dann am 5. Dezember befüllt mit Schokolade und Co. vom Nikolaus wieder zurück erhalten. Es ist ein geschickter Marketingtrick: Mamma oder Papa oder am besten die ganze Familie müssen gleich zwei Mal in die Stadt. Und dabei fällt ihnen vielleicht auch noch ein Geschenk ein, welches sie einkaufen müssen.

Und auch an anderen Orten taucht der rote alte Mann auf, wo sonst selten an Gott und Religion gedacht wird. Zum Beispiel bei Weihnachtsfeiern von Firmen. Wie wäre es, wenn die Menschen sich an die christlichen Wurzeln erinnern würden, die auf dieser Tradition beruht? Wie wäre es, wenn die ganze Firma mal zu einer hl. Messe gehen würde? Der Weihnachtsmann hat mit Weihnachten so wenig gemein, wie der hl. Nikolaus als Einlagenclown taugt.

Sonntag, 20. November 2016

Mein Abschluss des heilgen Jahres der Barmherzigkeit

Und schwups! Mit dem Christkönigsfest ist nun auch das Heilige Jahr der Barmherzigkeit wieder vorbei. Auf Barmherzigkeit ist jeder angewiesen. Kein Mensch hat keine Schwächen, vor Gott sind wir alle auch Sünder. Wir sind auf SEINE Liebe angewiesen, In seiner Predigt griff unserer Pfarrer dieses Thema zum Abschluss dieses Kirchenjahres auf und stellte uns vor die Frage, wie sehr wir Barmherzigkeit gesucht und auch in unserem Leben an andere weitergegeben haben. Außer mit dem Sakrament der Eucharistie wurden wir mit dem eucharistischen Segen gestärkt.

Da ich am Vorabend ein lautes, frohes und langes Fest mit meiner Nachbarschaft gefeiert habe, beschloss ich nachmittags, noch einmal die Stille in einer Schönstattkapelle in meiner Nähe zu suchen, um dort im Gebet an der Hand der Gottesmutter zur Barmherzigkeit Gottes geführt zu werden. Als ich die Kapelle betrat, saß eine Schwester und mehrere Menschen zu einer Andacht in der Kapelle. Die Schwester winkte mich herein und bedeutete mir, Platz zu nehmen.

Der Tabernakel stand offen zur Anbetung des Allerheiligsten. Ich ließ mich einfach in die Schönstattandacht mit vielen schönen Gebeten, darunter das Schönstatt-Weihegebet. Die vielen Gedanken kann ich nicht mehr ganz genau wiedergeben, die betrachtet wurden.

 Nach dieser schönen Antwort, dankte ich Gott und der heilgen Gottesmutter, dass sie mich zu diesem Ort geführt hatten und mir auf diese Weise einen runden  Abschluss dieses hl. Jahres der Barmherzigkeit zu schenken. Am kommenden Sonntag ist schon der 1. Advent. Das heißt, wir müssen uns in dieser Woche um unsere Adventskränze kümmern.

Freitag, 18. November 2016

Ein "Bambi" für den Pontifex

Wer hätte dies geglaubt? Ein Papst erhält einen Medienpreis, den "Bambi". Er wird vom Burda Konzern gestiftet.  Als Katholik, der seine Jugend zu Zeiten Pauls VI. durchlebt hat, hätte ich mir dies nie erträumt. Auch Papst Johannes Paul II, so menschenfreundlich der ebenfalls war, und schon gar nicht Papst Benedikt XVI. hätte man einen Fernsehpreis zugetraut. Wenngleich beide für mich beeindruckende Päpste waren.

Die Bilder von Franziskus prägen sich ein: Sein Verzicht auf glanzvolle Papstinsignien, Seine herzergreifenden Aktionen in Flüchtlingslagern und Gefängnissen. Er ist in den Augen vieler einfach ein "feiner Kerl", oder wie ich es auf Twitter las, ein "geiler Mann". Jemand, über den man sich freuen würde, wenn man ihn auf der Straße begegnen würde.

Die Tatsache, dass der Papst überhaupt einen Fernsehpreis entgegennimmt, ist nicht selbstverständlich, da sie eigentlich nicht dem Papstamt entspricht. Das Amt hat seine Würde allein dadurch, dass er der Stellvertreter Christi auf Erden ist. Der Inhaber des Amtes, das Christus auf den Apostel Petrus und seine Nachfolger übertrug: Weide meine Schafe! In seinem Amt soll der Papst Christus verkörpern und Hirte der Universalkirche sein. Auf diese Weise ist er der Pontifex (= Brückenbauer). Durch die Verkündigung des Evangeliums und die Austeilung der Sakramente baut er uns die Brücke in den Himmel,

Der Ehrentitel "Pontifex" ist weitaus bedeutsamer als jeder "Bambi". Der einzige Sinn dieser Preisverleihung mag sein, dass sich die Menschen in  Europa an ihre christlichen Wurzeln erinnern. Diese bestehen aber nicht nur darin, dass jedes Kind, jede Frau und jeder Mann seine Würde hat, wie es der Laudator und ehemalige Bundespräsident Horst Köhler formulierte. Sondern sie bestehen im Glauben an Jesus Christus, im christlichen Glauben, der vielerorts verdunstet ist.

Dienstag, 15. November 2016

Die letzten Tage in diesem Kirchenjahr ...

Wir befinden uns in der 33. Woche im Kirchenjahr. Mitte November. Das Jahr geht unweigerlich dem Ende entgegen. Mit der Adventszeit beginnt die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, auf die Feier der Geburt des Herrn. Wenngleich noch bis dahin ein wenig Zeit ist: In ruhigen Momenten aber kann man schon jetzt eine erste Bilanz ziehen;


  • wo stehe ich geistlich? Was hat mich bewegt? 
  • wie ist meine persönliche Beziehung zu Gott, zum Vater, zum Sohn. Lasse ich mich durch den heiligen Geist führen? Oder sind es andere Geister?
  • trennt mich irgend etwas, was geheilt werden muss?
  • In diesem Jahr war das Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Habe ich es genutzt? War ich barmherzig? Habe ich nach Barmherzigkeit verlangt?

Man kann die letzten Tage schon nutzen, um das Jahr auch geistlich abzuschließen, um dann mit neuen Schwung ins neue Kirchenjahr zu gehen. Vielleicht ist eine gute Beichte ein guter Anfang im neuen Kirchenjahr.

Sonntag, 13. November 2016

Gebet am Volkstrauertag

Eigentlich ist der heutige Volkstrauertag kein katholischer Gedenktag. Dennoch nimmt die Kirche am heutigen Sonntag zumindest in unserer Pfarrei das Gedenken an die Verstorbenen in ihr Gebet mit hinein. Nach dem Sonntagshochamt wird es wieder eine Ansprache und ein Gebet geben, Kränze werden am Gedenkmal vor unserer Kirche für die Verstorbenen aus den beiden Weltkriegen niedergelegt.

Vielen sind die Ereignisse vor 100 und vor 70 Jahren weit entfernt. Dennoch finden vor unserer Haustür Kriege statt. Und auch der Frieden in Europa erscheint längst nicht mehr so sicher wie noch vor wenigen Jahren. Nationalismus und Populismus breiten sich wieder aus.

Der November ist der Monat, an dem wir der Verstorbenen gedenken. Christliche Hoffnung geht über den Tod hinaus. Krieg und Terror haben nicht das letzte Wort. Wirken wir für den Frieden, den uns letztendlich nur der Glaube schenken kann. Denn er macht uns zu Boten des Friedens und der Auferstehung.

Montag, 31. Oktober 2016

Allerheiligen, Allerseelen: Die streitende, leidende und triumphierende Kirche

Am heutigen Abend beginnt mit der Vesper das Allerheiligenfest. Es ist ein Fest der Freude, denn mit allen Gliedern unserer Kirche, die durch ihren Glauben an und die Treue an Christus sich durch sein Blut haben reinwaschen lassen, feiern wir den Sieg über Tod und Sünde. Am darauf folgenden Allerseelentag gedenken wir aller Seelen, die noch nicht in der ewigen Glückseligkeit sein dürfen, sondern erst noch im Fegefeuer reingewaschen werden müssen. Dies wirft den Blick darauf, dass unsere Kirche dreifach ist. Als Glaubende sind wir gewiss, dass das Leben nicht mit dem Tod endet. So wissen wir uns mit den Menschen weiterhin verbunden, auch wenn sie nicht mehr auf Erden sind. 
In der Lehre der Katholischen Kirche wird von der streitenden Kirche auf Erden, der leidenden Kirche im Fegefeuer und der triumphierende Kirche gesprochen. 

Sehr schön hat dies Pfarrer Christian Paschenrieder in einer Allerheiligen-Predigt erklärt. Zur Predigt ...

Dienstag, 25. Oktober 2016

"Ihr seid das Salz der Erde!" - Messe im Gospelton

Am letzten Sonntag gab unsere Chorgemeinschaft "Cäcilia" ein Konzert "Ihr seid das Salz der Erde" in unserer Pfarrkirche. Es handelt sich um eine hl. Messe im Gospelton, komponiert von Pfarrer Hubert Janssen aus Kevelaer in den 70-iger Jahren. Wir luden auch Nichtmitglieder ein, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Frauen und Menschen, die Lust hatten, mal ein solches Konzert mit aufzuführen. Neun Monate bereiteten wir uns auf dieses Konzert vor. (Mehr Infos zur Messe ...)

Per Zufall erfuhr unser Vorstand, dass Pfarrer Janssen noch lebt und der Bruder des Prälaten und Theologieprofessor Dr. Friedrich Janssen ist, der in Südoldenburg wegen seiner Predigten als "Pater Fritz" sehr bekannt und beliebt ist. Ein Chormitglied hatte Verbindungen zu Pater Fritz, der sofort vom Projekt sehr begeistert war. Auch der wohl ca. 90-jährige Komponist Pfarrer Hubert Janssen war begeistert und sagte zunächst zu, zu diesem Konzert anzureisen. Wohl wegen seines Alters nahm er davon kurz vor der Reise Abstand. Aber "Pater Fritz" kam in unser Konzert und führte in die Messe ein.

Den Anstoß zur Messe "Ihr seid das Salz der Erde" hätten Kinder während einer Ferienfreizeit auf der Insel Ameland gegeben, sagte der Pater. Sie sprachen davon, wie salzig das Meerwasser ist. Im Matthäusevangelium Kapitel 5 Vers 13 sagt Jesus zu uns: "Ihr seid das Salz der Erde". Dieses Jesuswort wird in der Messe aufgegriffen. Prälat Janssen lebte es für uns aus.

 Die Meere bedeckten den größten Teil der Erdoberfläche, erklärte Prälat Janssen. Die Meere sei eine Grundlage für alles Leben auf der Erde. Doch ohne Salz könne es kein Leben geben. Drei wichtige Eigenschaften des Salzes seien auch für unser Leben von wichtiger Voraussetzung, erklärte der Priester. Erstens bewahre Salz vor Fäulnis. Mit Salz kann man Nahrung haltbar machen. So sollten auch wir uns einsetzen, wenn etwas faul in der Gesellschaft laufe. Beispiel bei Krieg, Terror und Unterdrückung von Menschen. Oder wenn in unserer Umgebung Menschen ungerecht behandelt werden. Zweitens habe Salz eine tragende Kraft. So seien Christen berufen, sich gerade um schwache Menschen zu kümmern, die sich nicht mehr selbst aufrichten könnten. Und drittens sorge Salz für Geschmack der Speisen. Übertragen auf uns laute der Auftrag, das Evangelium für andere durch unser Beispiel schmackhaft werden zu lassen. Mir gefiel es sehr, wie Pater Fritz den eigentlichen Sinn der Messe deutete. Es sollte ein Aufruf sein, das Evangelium in der Welt wirksam werden zu lassen.

Häufig wird die Messe im Gospelton mit E-gitarre und Orgel aufgeführt und erhält dadurch sehr den Charakter einer Popmusik. Bei unserem Konzert wurden wir von einem Piano, zwei Violinen, ein Schlagzug und Kontrabass musikalisch begleitet. Dadurch erhielt es einen ganz eigenen Charakter. Fast 500 Zuhörer waren in unsere Kirche gekommen, die fast bis zum letzten Platz besetzt war. Für mich war es nicht nur musikalisch ein schönes Erlebnis. Es hat durchaus auch religiös eine Bedeutung für mich. Ich erinnere mich gerne daran zurück

Fotos von der Gospelmesse sind auf unserer Chorhomepage ...

Freitag, 21. Oktober 2016

Gottes Segen für unseren neuen Offizial, Weihbischof Theising!

Das Bistum Münster gab am heutigen Mittag bekannt, wer der Nachfolger unseres bisherigen Offizials, den jetzigen Bischof von Dresden Heinrich Timmerevers wird. Es ist Weihbischof Wilfried Theising. Er wird nun der neue Offizial im Offizialat Vechta. Ich wünsche ihm Gottes Segen und heiße ihm im Oldenburger Land herzlich willkommen. Nach eigener Aussage hat er durchaus bereits Verbindungen zu unserer Region. Seit zehn Jahren besucht er alljährlich den Marienwallfahrtsort Bethen bei Cloppenburg, berichtet kirchensite.de.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Ein fragwürdiger Streit über die Zahl der hl. Messen in einer Pfarrei

Heute ist ein sehr großer Bericht in der Oldenburgischen Volkszeitung über Einschnitte in der Gottesdienstordnung in der Pfarrei St. Johannes Baptist Steinfeld / Holdorf. Ähnlich wie in unserer gleichnamigen Pfarrei in Bakum gibt es mit Steinfeld, Holdorf, Mühlen und Handorf-Langenberg vier Kirchspiele. Die Pfarrgemeinde in Steinfeld ist allerdings erheblich größer. In den politischen Gemeinden Holdorf und Steinfeld wohnen mehr als 16.000 Menschen, in der Gemeinde Bakum mit ihren vier Kirchorten Bakum, Vestrup. Lüsche und Carum gerade ca. 6.000 Einwohner. In Steinfeld stehen neben den eremitierten Pfarrern drei Priester, in Bakum zwei Priester zur Verfügung.

In Steinfeld soll die Zahl von neun heiligen Messen am Sonntag einschließlich der Vorabendmesse am Samstag auf sechs reduziert werden. Der Pfarrer begründet dies laut Zeitungsbericht mit der Überlastung der Priester. In der Woche habe es statistisch 26 Messen gegeben. Dies sei mit den Priestern, Küstern und Organisten nicht mehr zu leisten, wird der Pfarrer zitiert. Die Gottesdienstordnung sei sogar schon vor dem Kollaps gestanden, weil Seelsorger erkrankt seien. Eremitierte Priester könnten aus "Fürsorgepflichten" nicht in den Regelgottesdienstplan eingeplant werden.

Nun streitet jede der ehemals selbständigen Pfarreien in der Großpfarrei Steinfeld um ihre angestammten Messzeiten. Die Diskussion kommt mir auch in Bakum sehr vertraut vor. Wenngleich es über die Änderungen unserer Gottesdienstordnung bislang keinen großen Bericht gab. Intern soll es aber die gleiche Diskussion geben, höre ich aus internen Kreisen. Oft denke ich mir, wenn ich in einer unser vier Kirchgebäuden mit einem kleinen Häuflein Menschen im Werktagsgottesdienst und auch im Sonntagshochamt sitze, dass es eigentlich viel zu viele Messen gibt. Wenn man nach der Besucherzahl geht, könnte man sicher mit einer oder zwei Messen am Sonntag und einer Vorabendmesse am Samstag den Bedarf bei uns in Bakum völlig abdecken.

Der Streit um heilige Messen im eigenen Dorf kommt mir in Anbetracht leerer Kirchen sehr fragwürdig vor. Wäre nicht das größte Argument für mehr heilige Messen, dass die Menschen keinen Platz mehr in den überfüllten Kirchen finden? Natürlich ist jede heilige Messe unendlich kostbar, gleich wie viele Menschen daran teilnehmen. Denn Christus wird im Sakrament angebetet und verherrlicht. Die Menschen, die aber sich dafür einsetzen, dass an ihrem Dorf dieses wunderbare Ereignis weiterhin stattfindet, sollten vor allem dafür trommeln, dass möglichst jeder (katholische) Christ auch tatsächlich an der heiligen Eucharistiefeier teilnimmt, wann immer sie gefeiert wird.

Doch vielen geht es gar nicht mehr darum. Es geht oft um etwas anderes. Dass es in einem Ort noch eine Pfarrei gibt, ist für viele ein Prestige. Orte verbinden damit ihren Stolz auf eine lange Geschichte und die Bedeutung, die sie mit ihrer Kirche gewannen. Nicht ohne Grund heißt es: "Bei uns ist die Kirche noch im Dorf!"

Der erste Knick im Identitätsbewusstsein eines Dorfes entsteht, wenn die Pfarrei ihre Selbstständigkeit  verliert. Und wenn in der Dorfkirche keine (regelmäßigen) Messen mehr gefeiert werden, dann ist dies ein weiterer Bedeutungsverlust für viele Orte. Wie voll die Kirchen sind, spielt hierbei für die wenigsten Leute eine Rolle. Um den Erhalt des Messstandortes kämpfen selbst Leute, die nur sehr unregelmäßig oder gar nicht in die Messe gehen, Sogar viel Geld wird gesammelt, damit die Kirche weiterhin im Dorf bleibt. Ich habe dies bei einer Filialkirche in unserer Pfarrei schon beobachtet. Leider wird aber die Kirche dort sonntags und werktags zu den Gottesdiensten nur schwach besucht. Was nützt da noch so viel Geld?

Leere Kirchen sind ein Zeichen, dass die Menschen den Herrn missachten, der sich ihnen in der Eucharistiefeier und Sakramenten verschenken will. Wo die hl. Messen nicht mehr besucht werden, da werden auf Dauer auch die Kirchen verschwinden, egal wie viele Pastoralgremien sich darüber den Kopf zerbrechen. Der Steinfelder Pastor verwies auf diese nicht weg zu diskutierende Tatsache der sinkenden Kirchbesucherzahlen. "Das, worüber wir hier diskutieren, interenssiert nur noch 15 Prozent unserer Gemeindemitglieder," soll er gesagt haben. Eine deutlichere Mahnung kann es für die Leute nicht geben, die weiterhin ihre Kirche im Dorf erhalten wollen.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Der Rosenkranz – Schule des kontemplativen Betens.

Der Rosenkranz ist weit mehr als nur das "Herunterleiern" von den Gebeten "Vater Unser", "Ave Maria" und "Ehre sei dem Vater". Der tiefere Sinn des betrachtenden Rosenkranzgebetes ist es, den Beter vom mündlichen zum inneren Gebet zu führen, zu einer intensiven Herzensbegegnung mit dem Herrn. Monignore Florian Kolfhaus gibt in einem Beitrag auf der Internetseite CNA Deutschland Tipps, wie man mit Hilfe des Rosenkranz sein Gebetsleben vertieft. Und warum die Gottesmutter von Lourdes, Fatima und anderen Erscheinungsorten immer wieder das Rosenkranzgebet empfiehlt, nicht das Stundengebet oder die geistliche Lesung. Zu dem wirklich empfehlenswerten Beitrag gelangt man über den Link unten.

Der Rosenkranz – Schule des kontemplativen Betens. 7 konkrete Tipps für Fortgeschrittene

Der heilige Evangelist Lukas und die Gottesmutter

Rogier van der Weyden:
Lukas malt Maria
 mit dem Jesuskind,
 1435, Museum of Fine Arts
 in Boston. (C) Gemeinfrei
Heute feiert die Kirche den Evangelisten Lukas. Nach den Überlieferungen soll er gebürtig ein Heide aus dem antiken Syrien gewesen sein, der Arzt war.

Er gilt als der Verfasser des Lukas Evangeliums und als enger Begleiter des heiligen Paulus auch der Apostelgeschichte. Außerdem war er ein Künstler und hat der Legende nach  ein Künstler und Portrait der Gottesmutter gezeichnet, die er mit eigenen Augen sah. Die Gottesmutter Maria soll ihm auf seine Frage, ob das Bild ihr angenehm sei, geantwortet haben: "Die Gnade desssen, der aus mir geboren ist, sei mit ihnen." (Quelle: Das große Handbuch der Heiligen, Pattloch-Verlag, S. 528)

Wir dürfen daraus schließen, dass er ein enges Verhältnis mit der heiligen Gottesmutter hatte, die er noch persönlich gekannt hat.

Linktipps:

Treuer Begleiter und wunderbarer Schriftsteller - katholisch.de

Sonntag, 16. Oktober 2016

Die Mutter der Barmherzigkeit lehrt uns den Lobpreis und das Genießen!

Zwei Mal jährlich trifft sich unsere Gebetsgemeinschaft "Lebendiger Rosenkranz" zum gemeinsamen Gebet mit geistlichem Vortrag. Diesmal fand dies Treffen im Marienwallfahrtsort Bethen bei Cloppenburg statt. Zu unserer Gruppe in der weltweiten Gebetsbewegung "Lebendiger Rosenkranz" zählen hunderte von Betern von der Nordseeküste bis zum Münsterland.

Obwohl das wunderschöne Herbstwetter lockte, es noch einmal vor der langen Winterzeit in schöner Natur zu genießen, entschloss ich mich, mir dieses Treffen nicht entgehen zu lassen. Dafür gibt efür mich zwei gute Gründe: Zum einen werden alle Mitglieder der Gebetsgemeinschaft zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Einige Frauen sorgen für eine reichhaltige Kaffeetafel mit jede Menge Kuchen gebacken wie bei "Muttern". Davon habe ich mich auch diesmal wieder mit vier (!) Stücken reichlich bedient (ich hoffe, unser Pastor, der der geistliche Leiter der Gebetsgruppe ist, liest nicht mit.)

Nein, ich bin natürlich nicht hauptsächlich zum Gebetstreffen gefahren, um mir den Bauch vollzuschlagen. Aber das schöne am katholischen Glauben ist, das man ihn mit Leib und Seele feiert. Zum Gebet gehört auch das gemeinsame gemütliche Beisammensein mit Glaubensgenossen. Und wann ist man schon mit so vielen Menschen zusammen, die ernsthaft am Glauben und am Gebet interessiert sind! Es waren gefühlt wohl an die 200 Leute ins Bether Wallfahrtsheim gekommen.

Der Hauptgrund der Teilnahme ist neben dem gemeinsamen Gebet der geistliche Vortrag, der in diesem Jahr von dem Pfarrer von Halverde Peter van Briel gehalten wurde. Das Thema seines Vortrags war "Maria, die Mutter der Barmherzigkeit" Pfarrer van Briel griff damit gleichzeitig das Thema des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit auf, welches in diesem Jahr begangen wird. Leider habe ich mir keine Notizen von diesem wirklich gelungenen Vortrag gemacht, sodass ich ihn nur bruchstückhaft wiedergeben kann.

Barmherzigkeit sei ein für viele Menschen ein Begriff, mit dem sie Schwierigkeiten hätten, führte Pfarrer van Briel aus. Die meisten Christen glaubten zwar grundsätzlich an den barmherzigen Vater. Dieser Glaube setze allerdings voraus, dass man seine eigenen Fehler und Schwächen gegenüber dem göttlichen Vater zugibt. In unserer Zeit neige man allerdings zum Gegenteil: Es sei üblich, dass heute alles und jeder Mensch kritisch beurteilt wird. Man sei darin geübt, die Fehler anderer gnadenlos aufzudecken. Gleichzeitig führe diese Haltung aber dazu, dass man mit der gleichen Reaktion anderer auf die eigenen Fehler und Schwächen rechne. Aus diesem Grund würden viele Menschen immer häufiger ihre eigene Schuld verdrängen. Sie würden sich mit einer harten Haut ummanteln, die keine Versöhnung mehr zuließe.

Ein Indiz sei auch die Krise des Beichtsakramentes. Denn hierbei müssten die Menschen ihre Fehler Gott offen bekennen. Und nicht nur das: Sie müssten dies auch noch einem Priester gegenüber tun, ein öffentlicher Akt. Eine Reaktion vieler Zeitgenossen sei, dass man die Umstände anführen würde, die zur eigenen Fehlleistung geführt hätten. Und überhaupt, im Grunde sei man ja ein guter Mensch. Abgesehen von den kleinen Fehlern, die man habe. Der liebe Gott müsse sich doch freuen, wenn man zu ihm betet oder vielleicht mal an einer heiligen Messe teilnimmt.

Diese Einstellung sei allerdings grundverkehrt. Gott sei von unserer Gegenwart und unserem Gebet nicht abhängig. Vielmehr seien wir auf SEINE Barmherzigkeit angewiesen. Wir müssten wieder erlernen, den göttlichen Herrn um Erbarmen zu bitten. Diese Fähigkeit zur Demut gegenüber Gott würde auch uns helfen, die Schwächen und Fehler unserer Mitmenschen zu akzeptieren, Ein Vorbild für uns sei die Gottesmutter Maria. Obgleich sie ohne Sünde geboren sei, sei sie sich mit jedem Atemzug bewusst gewiesen, dass sie völlig angewiesen auf Gott sei. Denn Gottes Gnade verdanke sie, dass sie ohne Sünde geboren sei und so zur Mutter des Gottessohnes werden konnte. Sie sei die Mutter all jener, die auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen.

Pfarrer van Briel gab uns zwei Tipps, wie wir Barmherzigkeit in unserem Leben mehr Raum gegeben können. Zum einen gab er den Rat, den Lobpreis immer mehr einzuüben. Der Lobpreis sei die Gegenhaltung zur Kritik. Wir sollten in jeden Menschen die guten Eigenschaften suchen und sie dafür loben. Dies sei sehr wichtig, wenn man in den Himmel will. Denn im Himmel gebe es keinen Streit und Wettkampf mehr. Dort sei die Freude, Liebe und Herzlichkeit untereinander und der Lobpreis Gottes Programm. Zum anderen empfahl er uns einzuüben, das Gute am Leben zu genießen. Diejenigen, die auch in der Ewigkeit an ihren Pläne, Ziele und Vorstellungen festhalten wollten, müssten spätestens im Himmel feststellen, dass dies dort nicht mehr gefragt sei.

Auch hierin sei die Gottesmutter für uns ein leuchtendes Vorbild: Im Lopreis Gottes (Magnificat) und in der Freude an der Heilsgeschichte ihres auferstandenen göttlichen Sohnes, die sie im Gebet mit den Aposteln und Jüngern Christi teilte. Niemand sei enger mit Christus verbunden als sie. Auch für uns heute lebenden Christen sei sie die direkte Ansprechpartnerin, die uns in die Barmherzigkeit Gottes immer tiefer hineinführt.

Im Anschluss dieses wirklich gelungenen Vortrags feierten wir in der Basilika eine Rosenkranzandacht mit Mons. Költgen. Für mich, der den Rosenkranz fast ausschließlich alleine als "Einzelkämpfer" betrachtet, war dies auch ein sehr schönes Erlebnis, sich einfach in das gemeinsame Gebet fallen zu lassen. Also war unsere Andacht gleich gute Gelegenheit, das Genießen und den Lobpreis gemeinsam mit der Gottesmutter einzuüben.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Katholische Fischzellenkur in der Gebetsstätte Heede

Muttergottes Maria, in Heede
Königin des Weltalls
und Königin der armen Seelen
Ab und zu braucht jeder Gläubige eine "Fischzellenkur" im Glauben. Im säkularen Alltag ist es schwer, fest im Glauben zu stehen. Zuviele Einflüsse stürmen auf uns ein. Die Medienwelt trägt das ihre dazu bei. Auch im Pfarralltag fehlt es häufig an der Freude am Glauben. So ist es gut, regelmäßig eine Wallfahrt an eine Gebetsstätte zu unternehmen.

Ein solcher Ort ist die Gebetsstätte St. Petrus Heede im Emsland. Sie liegt 85 km von meinem Wohnort entfernt. Einmal im Monat findet dort eine Anbetungsnacht statt. Sie beginnt mit einer eucharistischen Anbetung mit Vesper und dem Rosenkranzgebet. Anschließend findet eine hl. Messe und eine Lichterprozession statt. Während der Nachtanbetung stehen mehrere Priester für die Beichte zur Verfügung.

Leider hatte ich in den letzten Monaten keine Zeit, nach Heede zu fahren. Andere Verpflichtungen hinderten mich daran. In letzter Zeit hatte ich privat und beruflich viel um die Ohren. Am Wochenende bin ich meistens journalistisch tätig. Hinzu kam der Kommunalwahlkampf in Niedersachsen und meinem Dorf, den ich ebenfalls begleitete.

Natürlich bemühte ich mich, meine Gebetsroutine beizubehalten und regelmäßig in die hl. Messe zu gehen. Aber es wurde halt zur Routine. Eigentlich ist dies etwas Gutes. Jede Gewohnheit bringt letztendlich auch Halt, weil man sonst  Gefahr läuft, Wichtiges aus den Augen zu verlieren. Auf der anderen Seite kann Routine auch dazu führen, dass man nicht mehr sich auf das Wesentliche konzentriert. Das Gebet und die Teilnahme an den Gottesdiensten wird dann schnell oberflächlich, aus einem Herzensgebet eine rein mündliche Pflichterfüllung.

An diesem Samstag aber nutzte ich die Gelegenheit zu meiner Frischzellenkur in Heede. Während meiner einstündigen Fahrt betete ich den Rosenkranz und war pünklich vor der Vesper in der Gebetsstätte. Schon beim Betreten der Wallfahrtskirche fiel mir die eigentümliche Atmosphäre dieses heiligen Ortes auf, an dem so viele Menschen gebetet und unzählige Sakramente gespendet wurden. Nach ein paar Minuten der Stille und Besinnung ging ich zur Beichte, da ich seit längerem etwas auf dem Herzen hatte. Ich trug mein Anliegen vor, was mich seit langem bereut hatte.

Mit dem Verlauf dieser Beichte hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Mein Beichtvater gab mir einen ganz anderen Blick auf meine Sünde, in der sich die liebevolle Barmherzigkeit Gottes widerpiegelt. Er kennt den ganzen Zusammenhang unserer Schwächen und Fehler und schenkt uns die befreiende Vergebung. Dankbar und befreit kehrte ich aus dem Beichstuhl zurück.

Gerade hatte die Vesper begonnen, in die ich nun einstimmte und mich vom eucharistischen Herrn betrachten und segnen ließ. Es schloss sich die Betrachtung des glorreichen Rosenkranzes an. Anschließend gab es dann vor der heiligen Messe einen eucharistischen Segen. Die Messe verlief auch sehr feierlich. Die Lieder waren mir zum Teil sehr fremd aber sehr schön, Das Emsland zählt zum Bistum Osnabrück, während Südoldenburg Teil des Bistums Münster ist. Ziemlich unkonventionell war die Predigt des Pfarrers, der wie ich aus Südoldenburg kommt. Ich kann sie nicht widergeben. Mein Bloggerkollege Mons Corpasini hätte dies als Germanist sicher hinbekommen. Die Homilie ging um das Thema "Was ist der Glaube" und hatte die Spannbreite vom Senfkorn über Pontius Pilatus bis zu einem wertvollen Aschenbecher als Gefäß des Glaubens oder so ähnlich.

Ich verstand so viel, dass Gott unbegreiflich ist, auch Heilige die Erfahrung der Nacht im Glauben hatten und solange "aus ihrer Haut geschält" wurden, bis sie sich ganz mit dem göttlichen Willen vereinen ließen. Das Facit war für mich, dass Gott unbegreiflich bleibt und wir darauf angewiesen sind, dass er uns mit dem Glauben und seiner Gnade beschenkt.

Schließlich ging die Gemeinde zur Kommunion. Ich sah, wie viele sich die Mundkommunion spenden ließen. Normalerweise empfange ich die Handkommunion. Bei uns ist dies so üblich. Aber neben mir knieten junge Leute sich hin, so tat auch ich es und empfing wie sie vom Priester die Mundkommunion.

Nach der feierlichen Messe startete die Lichterprozession, die bei der Marienstatue, der Königin des Weltalls und Königin der armen Seelen ihren Höhepunkt fand. Ich war von dieser Darstellung der Gottesmutter fasziniert und wollte dies mit meinem Smartphone festhalten. Da ich in der Hand die Wallfahrtskerze in der Hand hielt, gestaltete sich dies schwierig. Ich bemerkte gar nicht, dass dabei die Hülle meiner Lampe in Brand geriet. Meine Nachbarn warnten mich, bevor etwas Schlimmeres passieren konnte, und ich pustete schnell das Feuer aus. Zum Glück ging alles gut.

Ich ließ auf mich die Gesänge und die lauretanische Litanei einwirken, die alle Menschen um mich herum sangen und beteten.  Am Ende verweilte ich noch einen Moment an diesem Ort, bevor ich nach Hause fuhr.

Montag, 29. August 2016

Das ZdK beschwört wieder einmal den "Priestermangel"

Auch unter seinem neuen Präsidenten lässt das "Zentralkomitee der Katholiken" (ZdK) nicht locker und wiederholt seine Forderung der Lockerung des Zölibates. Das Laienkomitee begründet dies zum x. Mal mit dem angeblichen Priestermangel.

Als regelmäßiger Messbesucher habe ich vom Priestermangel noch nichts mitbekommen. Wenn es wirklich eine Knappheit an Priestern geben würde, dann müssten die Kirchen doch bei jeder heiligen Messe überfüllt sein. Und die Beichtstühle müssten von langen Schlangen Beichtwilliger belagert werden, wenn Beichtzeiten auf dem Pfarrbrief angekündigt werden.

Bei uns auf dem Dorf sind die Kirchen allenfalls noch voll, wenn große Beerdigungen oder Hochzeiten gefeiert werden. Selbst an hohen Feiertagen sind noch Kirchenbänke frei. Bei einer Werktagsmesse kommen vielleicht noch 20 bis 50 Leute unserer 4.000 Seelen  - Pfarrei i n eine unserer vier Kirchen in denen täglich mindestens eine, wenn nicht zwei Messen gefeiert werden. Zu den Hochämtern und Vorabendmessen sind unsere Kirchen höchstens halbvoll. Früher war dies ganz anders. Da gab es sonntags zusätzlich eine Frühmesse und danach das Hochamt. Nicht selten standen Leute vor der Kirchentür, weil sie keinen Platz mehr fanden. Von Priestermangel sprach aber niemand.

Wem die Nase unserer Priester nicht passt, kann sich wohl 15 Kirchen im Umkreis von 20 Kilometern aussuchen, um dort zur Messe zu gehen. Um einen Platz braucht er sich heute keine Sorgen mehr machen. Wie kann man bei so einem Überangebot an Messen von Priestermangel sprechen? Beerdigungen, "Seelsorgeangebote", Jugendangebote werden von zahlreichen Laien durchgeführt. Dafür gibt es dann Pastoralreferentinnen, Gruppenleiterinnen und andere fleißige Mitarbeiter.

"Mehr Priester müssen da sein, um die Küsterei, die Verwaltungsarbeit, kleinere Reparaturen, Kontrolle von Umbauten usw. zu erledigen. Das sind Manager und Mädchen für alles. Und deshalb ist diese Laufbahn mit Rente ab 75 auch so wenig attraktiv.," kommentierte jemand auf Facebook.

Aber für die Hausmeister- und Verwaltungsarbeit können auch Laien eingesetzt werden. Allein diie Spendung der Sakramente, die Verkündigung des Evangeliums und die Leitung der Pfarrgemeinde bleiben dem Pfarrer allein vorbehalten. Und wenn die Leute zur Arbeit und Einkaufen weite Wege gehen, warum sollten sie nicht auch bereit sein, für die Speise des ewigen Lebens ebenfalls ins Auto zu steigen? Die Dauerschleife aus dem ZdK verschleiert das eigentliche Problem unserer Zeit: Der Mangel an Hunger nach dem wahren Brot des Lebens, der nur durch den Empfang der heiligen Sakramente gestillt werden kann.

Samstag, 27. August 2016

Die krasse Diskussion um das Burkiniverbot

Was ist an einem Ganzkörperbadeanzug so schlimm? Eigentlich wenig, wenn es sich hierbei nicht um ein religiöses Kleidungsstück handelt. Zum Beispiel erregt ein Tauchanzug bei keinem Menschen ernsthaft Aufmerksamkeit. Bei einem Burkini ist dies völlig anders. Auch bei ersterem Anzug ist der Mensch komplett verhüllt. Aber es hat sich darüber noch nie jemand beschwert. Die Befürworter des Burkiniverbotes argumentieren,  muslimische Frauen und deren Familienangehörige  mit einem Verbot zur angeblichen "Freiheit" zwingen zu können.  Freiheit durch Verordnung. So einfach soll es gehen. Sie glauben, dass ein Burkaverbot die legitime Waffe gegen die angebliche Unterdrückung der Frau sei, die von ihren (männlichen) Familienangehörigen zum Tragen der Vollverschleierung gewungen würden. Das einzige, was sie erreichen werden, ist das Verschwinden dieser Frauen aus den Badeanstalten, im Extremfall aus der Öffentlichkeit. Dies fördert Parallelgesellschaften.

Mal abgesehen davon, ob es überhaupt ein Kulturgewinn ist, dass die Leute zur relativen Nacktheit beim Baden verdammt sind, ein Freiheitsgewinn ist dies wohl auf keinen Fall. In Gegenteil, ein Burkiniverbot entpuppt die angebliche "Freizügigkeit" entpuppt sich als ihr Gegenteil, der Zwang zu einer bestimmten gesellschaftliche anerkannten Bekleidungsvorschrift. Was angemessene Badekleidung ist, hat sich auch in unserem ehemals christlichen Abendland erheblich gewandelt. Es ist noch gar nicht so lange her, dass es überhaupt einen Bikini gibt. Dies ist ein Phänomen aus der 68iger-Bewegung, der angeblichen sexuellen Revolution. Auch in christlich geprägten Gesellschaften hatten sich Frauen und Männer so zu bekleiden, dass sie niemanden beschämten oder die Würde einer Person verletzten. Sich vor fremden Blicken zu schützen, ist im Prinzip nichts verwerfliches.

Gesellschaftlichen Konsens über angemeissene Bekleidung   erreicht man weniger durch Verbote sondern mit Dialog. Dieser wird in einer mulitikulturellen Gesellschaft immer wichtiger. Verbote führen zum Gegenteil davon. Im Grunde ist ein Burkini für Frauen zunächst einmal ein  Freiheitsgewinn für muslemische Frauen oder Mädchen,, denen das öffentliche Baden  sonst eher durch ihre Religion versagt werden wurde.  Und nun offenbart sich das Motiv nicht weniger Leute, warum sie für das "Burka-Verbot" streiten. Es ist ein Kampf gegen eine Religion, die sie ablehnen.
Ich testete dies auf Twitter und postete zwei Tweets:


Die Reaktionen bestätigen meine Vermutung:

"Religion gehört auf den Mülleimer der Geschichte."
"Die krasse Diskussion ums offenbart, dass Religion Freiheit einschränken will"
"Wer Ja zu Burka sagt, sagt auch Ja zu Scharia, Genitalverstümelung, Kinderehen und Steinigungen."
"es geht um die verachtende Kultur: "du darfst dein Gesicht nicht zeigen/nicht baden mit Männern/nicht baden wie in EU üblich"

Ihnen geht es also weniger darum, wie Leute sich kleiden. Sondern es geht ihnen um Einschränkung der Religionsfreiheit. Und hier sollten wir Christen hellhörig werden. Diejenigen, die ein Burkaverbot fordern, können in einer religionsfeindlichen Gesellschaft nur noch schwer fordern, dass christliche Symbole in der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Mit dem gleichen Argument kann man Kreuze aus öffentlichen Gebäuden verbannen oder das Tragen von christlicher Ordenstracht und Schmuck verbieten.

Die zunehmende Verbreitung des Islams bereiten natürlich auch Christen sorgen. Das probate Gegenmittel ist aber die Mission, das christliche Zeugnis für den wahren Glauben an den einen Gott in drei Personen, den Vater, den Sohn und den heiligen Geist. Und hieran krankt es in unserer Gesellschaft. Dieser Glaube ist schwach und wenig überzeugend für unsere nichtchristlichen Brüdern und Schwestern geworden. Deshalb ist erste Christenpflicht, mit der Neuevangelisation bei sich selbst und dann im eigenen Umfeld zu beginnen.

Mittwoch, 24. August 2016

Die Gebetsgemeinschaft #twaudes sucht Dich!

Seit einger Zeit gibt es Gebetsgemeinschaften, die die Tradition der Stundenliturgie im sozialen Netzwerk Twitter umsetzen. Abends ab 21 Uhr findet die #twomplet (Komplet) statt. Und morgens ab 6 oder 7 Uhr findet täglich die #twaudes (Laudes) statt.

Allerdings wird das Stundengebet nicht eins zu eins gebetet sondern am Medium angepasst. So gibt es keine starren Vorgaben über den Ablauf des Gebetes. Es richtet sich an Christen aller Kirchen und Konfessionen und hat daher auch einen ökumenischen Charakter. So bieten sowohl  #twaudes als auch #twomplet sehr viel Raum für eigene Gestaltung. Es können eigene Gebete formuliert und auch Musik oder passende Bilder oder Videos (You Tube usw.) eingebunden werden.

Während das Abendgebet #twomplet sehr viele Mitbeter (fast 1.500 Follower), ist die Beterschar beim Morgengebet  #twaudes, naturgemäß etwas kleiner. (ca. 200 Follower). So ist es leichter, für das Abendgebet Vorbeter zu finden, als für das Frühgebet, die  #twaudes. Die Frühaufsteher, die morgens Zeit für die Gestaltung des Gebetes haben, sind nur sehr rar gesät. Seit vielen Jahren Monaten betet es daher überwiegend der Nutzer "Laurentius" vor. Da das Gebet doch etwas Zeit benötigt, verdient er meinen großen Respekt, dies Tag für Tag zu übernehmen. Auch ich bete ab und zu früh morgens bei der  #twaudes vor. Es macht riesigen Spaß und man bekommt immer wieder nette Reaktionen von den Mitbetern. Leider trauen sich noch zu wenige, ebenfalls mal die  #twaudes zu leiten.

Falls du Lust hast, auch einmal eine  #twaudes zu gestalten, bist du herrlich eingeladen. Wenn du nicht weißt, wie man so ein Gebet gestaltet, kannst du dich einfach an das katholische Stundengebet halten. Damit hast du ein Grundgerüst für die  #twaudes, welches du nach deinen Wünschen auch abändern kannst. Wenn du Fragen hast oder interessiert bist, kannst du mir gerne einen Kommentar oder eine Email schreiben.

Montag, 15. August 2016

Glaubenszeugnis im Dom an Mariä Himmelfahrt

in der Marienkapelle
des Osnabrücker Doms.
Eigentlich wäre ich am heutigen Montag wie jeder Südoldenburger auf dem Stoppelmarkt gewesen. Es ist das bedeutendste Volksfest unserer Region Südoldenburg und wird immer um den Feiertag "Mariä Himmelfahrt" herum gefeiert. Der Montag mit Viehmarkt, prominenten Redner (in diesem Jahr Bundes-Verteidigungsministerin von der Leyen) und anschließend Party ohne Ende ist eigentlich für jeden Südoldenburger Pflicht. Die Südoldenburger geben sich gegenseitig den ganzen Tag pausenlos Bierrunden aus. Deshalb entartet der Montag jedesmal in einem riesigen Besäufnis aus.

Allerdings war ich schon am Wochenende schon recht ausgiebig auf den Stoppelmarkt gewesen. Auch aus diesem Grund beschloss ich, diesen Tag wirklich bewusst als christlicher Feiertag "Mariä Himmelfahrt" zu feiern.  Morgens konnte ich allerdings nicht in die hl. Messe, weil ich verhindert war. Mittags aber hatte ich frei und nutzte den Tag für einen Ausflug in die Domstadt Osnabrück. Dort suchte ich als erstes den Dom auf, um dort mein tägliches Rosnkranzgebet zu verrichten.

Gleich nach dem Eingang gelangt man rechts in eine Andachtskapelle mit vielen Kerzen vor einer wunderschönen Marienikone. Dort setzte ich mich hin und begann mit meinem Gebet. Doch wurde ich von einer ausländischen Frau unterbrochen. Sie hielt zwei Kerzen in der Hand und stellte mir auf Englisch eine Frage. Ich bin nicht besonders in der Sprache geübt, verstand allerdings soviel, dass sie wohl für einen Verstorbenen und einen lebenden Menschen beten wollte und die passenden Orte dafür im Dom suchte.

Leider kenne ich mich nicht so gut mit Bischofskirchen aus. Dort gibt es ja häufig viele Anbetungskapellen für verschiedene Anliegen. So antwortete ich der Frau aus meinem Herzen: Sie wäre hier an der geignetesten Stelle im Dom. Dies sei der Ort, an dem die Mutter unseres Herrn verehrt und angerufen wird, erklärte ich ihr. Die Gottesmutter wird ihre Anliegen gleich ihrem göttlichen Sohn vorbringen, erklärte ich ihr.

Sie entzündete darauf erst die eine Kerze, bekreuzigte sich mehrmals und betete sehr lange. Dann entzündete sie die zweite Kerze und betete noch einmal sehr ausgiebig. Dies beeindruckte mich sehr, und ich nahm ihre Anliegen in mein Rosenkranzgebet auf, welches ich nun fortsetzte. So wurden wir beide Zeugen des Glaubens und des Vertrauens auf der Fürsprache der Gottesmutter, die an dem heutigen Feiertag verehrt wird, weil wir sie im Himmel ganz nah am Ohr ihres göttlichen Sohnes wissen. Es folgten noch mehrere Frauen, die sich ebenso wie die Frau mehrfach bekreuzigten. Waren dies vielleicht syrisch-orthodoxe Christen?

Anschließend spazierte ich ein wenig durch die schöne Osnabrücker Innenstadt und setzte mich bei spätsommerlichem Wetter ins Straßencafe auf dem Marktplatz. Ich genoss den schönen Nachmittag, trank Kaffee und aß Kuchen und lauschte der Straßenmusik, die im Hintergrund gespielt wurde. Gleich geht es noch zur Abendmesse in meiner heimischen Pfarrkirche und zum Abschluss gönne ich mir dann doch noch ein Feiertagsbier, gleichzeitig ein Stoppelmarktbier.


Katholisch, der Kommunalwahlkampf und die AFD

Die AfD  (Alternative für Deutschland) spaltet. Derzeit ist Kommunalwahlkampf in Niedersachsen. Auch bei mir im Dorf machen die Rechtspopulisten massiv Wahlkampf und ich erhielt von ihnen unerwünschten Besuch. Deutlich zeigen sie in meiner Straße Flagge. So fühle ich mich klar herausgefordert. als katholischer Christ dazu Stellung zu beziehen. Gemeinsam mit meinen Nachbarn habe ich unsere Straße zur "AfD-freien Zone" erklärt.

Katholiken wie ich können zur AfD ganz unterschiedlicher Meinung sein. Denn es gibt ja durchaus Positionen dieser Partei, die auch wir Christen teilen, zum Beispiel beim Thema Abtreibung. Chrísten fordern zu Recht gleichermaßen, dass es kein Recht auf Tötung ungeborenen Lebens geben darf. Die konsequente Ablehnung  der Durchdringung der Gendertheorie in alle Bereiche unserer Gesellschaft teilen Rechtspopulisten wie gläubige Christen ebenfalls und vermissen sie zum Beispiel in Parteien mit dem "C" im Namen. Ist die AfD aber eine christliche Alternative? Mitnichten!

Sie ist vielmehr ein Sammelbecken von Nationalkonservativen, Nationalliberalen und von Menschen aus dem völkischen und rechtsextremen Milieu. Vieles ist mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar, zum Beispiel die Ausgrenzung von Menschen und der Nationalismus. Als Katholik sehe mich als Teil einer Weltkirche. Gott liebt jeden Menschen gleichermaßen. In seiner Kirche zählt nicht die Herkunft, sondern das gemeinsame Band der Taufe auf den dreifältigen Gott.

Als Christ bin ich berufen, die Einheit in Christus mit allen Menschen zu suchen. Ich bin ausgesandt, dem Obdachlosen eine Wohnung, dem Hungernden Nahrung, dem Trauernden Trost und dem Ratlosen die Wahrheit zu bringen. Aus christlicher Überzeugung teile ich die Forderungen unseres Papstes, Grenzen zu überwinden, an die Ränder zu gehen, Wohlstand zu teilen und die Einheit mit anderen zu suchen.

Als katholischer Christ stelle ich fest, dass die AfD diametral diesen christlichen Grundsätzen widerspricht, wie sie unser Papst und die Bischöfe unserer Kirche immer wieder lehren. Nicht zuletzt deswegen stehen nicht wenige Rechtsextreme in der AfD den Papst und der Kirche sehr feindlich gegenüber. Daher kämpfe ich auch aus christlicher Überzeugung mit meinem Gebet, friedlichen Mitteln und guten Argumenten gegen den Rechtspopulismus und der ihm zugrunde liegenden Gottlosigkeit unserer Zeit.

Freitag, 5. August 2016

Bänke raus, Stühle rein. Ein Experiment im Kirchenraum

Es soll ein Test bis Advent sein: In der Lohner Josefskirche sollen die Bänke durch Stühle ersetzt werden. Dies wurde einstimmig im Pfarreirat und Kirchenausschuss der Lohner Pfarrei beschlossen. Die Lohner versprechen sich davon mehr "Gestaltungsmöglichkeiten", zum Beispiel wenn der Altar für einen besonderen Gottesdienst in die Mitte der Kirche platziert werden soll. So zitiert die Münsteraner Bistumszeitung "Kirche+Leben" den Lohner Pfarrer. Und einen weiteren "nicht unwichtigen Nebeneffekt" soll dies auch haben: Der Bestand der nur 450 Meter von der Hauptkirche St. Gertrud entfernten Filialkirche St. Josef könnte dadurch gesichert werden, dass hier eine besondere Konzeption verwirklich wird, heißt es im Bericht. Hier zum Bericht auf kirchensite.de

Dazu fällt mir als erstes ein, dass die Leute dann während der hl. Messe nicht mehr knien können. Naja, das ist doch gar nicht so schlimm, könnte der eine oder andere einwenden. Die liturgischen Haltungen Stehen, Sitzen und Knien haben aber durchaus eine wichtige Bedeutung in der katholischen Liturgie. Auch wenn dies vielen Gläubigen nicht mehr bewusst ist und immer mehr Menschen dies nicht mehr so ernst nehmen. Besonders während des heiligsten Momentes, dem Hochgebet während der Eucharistiefeier, knien die Gläubigen wärend der Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi und des Leibes und Blutes Christi in der Gestalt des Brotes und Weines und bekunden damit ihre Demut vor dem allerheiligsten Sakrament.

Durch das Entfernen der Kniebänke wird auch den Gläubigen die Möglichkeit zur andächtigen Teilnahme an dem Messopfer erschwert, ist meine Befürchtung. Außerdem frage ich mich, was man mit dieser "besonderen Konzeption" erreichen möchte. Glaubt man, dass die Gottesdienste besser besucht werden, wenn man eine Kirche anders möbliert? Dagegen spricht, dass der Gottesdienstbesuch in evangelischen Gemeinden nicht besser als in katholischen Messen ist. Der Altar in der Mitte wird daran auch nichts ändern.

Auch in meiner Pfarrgemeinde stelle ich immer wieder fest, dass die wenigsten Gemeindemitglieder sich "um den Altar" drängen wollen. Während die Reihen direkt vorne vor dem Volksaltar meistens leer bleiben, sitzen die meisten Leute lieber in den hinteren Reihen. Auch jene, die jeden Tag in die Messe gehen. Und dies aus gutem Grund: Gott sieht jeden, auch dem Gläubigen in der letzten Bank, ins Herz.

Montag, 25. Juli 2016

Polnische Priester segnen Fahrzeuge in Oldenburg

Oldenburg ist wahrlich keine katholische Hochburg. Von jeher war die Großstadt im nordwestlichen Niedersachsen eher protestantisch orientiert. Ein Großteil der Bevölkerung ist in der 160.000 Einwohnerstadt heute konfessionslos.

Am vergangenen Sonntag (24. Juli) zeigte ich meinem Besuch die wichtigsten Orte meiner alten Heimatstadt und fuhr gerade in einer Seitenstraße auf die katholische St. Peter Kirche zu. Umso erstaunter war ich, als dort gerade polnische Priester am Gedenktag des heiligen Christophorus die Fahrzeuge segneten. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Ein Priester reichte uns noch ein kleines Gedenkkärtchen über den heiligen Christusträger und Patron der Reisenden ins Fahzeug.

(M)eine Zeit im Umbruch

Die letzten Wochen haben mich in Beschlag genommen. Mein persönliches Leben befindet sich im Umbruch. Auch mein Haus wartet auf den Umbau. Zwischenzeitlich die vielen Nachrichten über Amoklauf, Terror in Nizza, Machetenangriff in Reutlingen und Bombenanschlag in Ansbach. Und dann ist da auch noch der Brexit und die Türkei. Als Christ in der Welt beschäftigten mich diese Ereignisse sehr. Täglich verfolge ich die Nachrichten im TV und den sozialen Netzwerken. Das alles gerät im Moment aber in den Hintergrund, weil ich Besuch habe und vor allem mich ihm widme. Ein kleiner zweijähriger Junge und seine Eltern sind spannender als jeder Hype im Nachrichtenstrudel. In diesem Jahr gibt es also für mich kein Sommerloch.

Bei alledem ist es wichtig, so gut es geht, spirituelle Auszeiten zu halten. Den Kontakt zu Gott nicht abbrechen zu lassen. Bei meinem Morgengebet und der kurzen Schriftbetrachtung, beim Beten meines  Rosenkranzgesätzes. Wirkliche Sicherheit und Kraft erhält man in der Beständigkeit. In der Treue des Gebetes. Und die ist in diesen unsicheren Zeiten wichtiger denn je.

Freitag, 15. Juli 2016

Der Tag nach #NiceAttack: Gebet gegen den Terror

Terror ist Realität. Terror ist in dieser Welt an der Tagesordnung. Die Menschen in Frankreich und ganz Europa sind geschockt. Ein LKW wurde zu einer rollenden Waffe, die ein Nationalfest zur Hölle umwandelte. Über den Fahrer und sein Motiv ist noch wenig bekannt. Mindestens 84 Menschen sind gestorben. Das ist schrecklich! Es macht Angst. Das gleiche kann morgen in jeder anderen Stadt passieren. Dabei ist der Terror woanders längst Alltag. Menschen fliehen vor Krieg, Terrror und Armut. Am gleichen Tag des Terroranschlags in Nizza berichtete die Tageschau, dass die italienische Marine 675 Leichen aus einem Bootswrack barg. Diese Nachricht ging ein wenig unter. Viele werden sie - wenn überhaupt - mit einem Ackselzucken zur Kenntnis genommen haben. Genauso wie alle anderenalltäglichen Terror-  und Kriegsnachrichtenen, mit denen wir berieselt werden.

Unsere Welt ist längst in der Gleichgültigkeit unserer Wohlstandsgesellschaft versunken, die sich nicht dafür interessiert, was in der Welt um sie herum geschieht. Ein Terroranschlag in unserer Nähe will uns aus unserer Gleichgültigkeit aufrütteln und fordert uns auf, unsere eigene Lebensweise zu hinterfragen.

Jeder Terrorakt ist ein Akt gegen Gott, der jeden Menschen liebt und das Leben will, nicht den Tod. Als Christ bin ich davon überzeugt, dass Mord und Terror niemals mit dem Glauben an einen Gott gerechtfertigt werden kann. Religion und Terrorismus sind nicht vereinbar. Ich weiß mich auch mit nuslemischen Mitbürgern darin verbunden. Terroristen werden zu Opfern ihrer eigenen Gottesferne.Selbst wenn jemand schreit "Gott (Allah) ist groß". Mit seiner Tat beweist er, dass er seinen Willen missachtet. Denn allein Gott bleibt Herr über Leben und Tod. NIemand kann in seinem Namen andere ermorden. das ist eine Perversion eines jeden Glaubens. Daher bete ich gleichermaßen für die Mörder, wie ich auch für die Opfer und ihre Angehörigen bete. Dieses Anliegen habe ich heute mit in meinen Gebeten mit einbezogen. Anliegend ein Gebet aus dem Internet, welches recht gut zum aktuellen Zeitpunkt passt.

Gebet gegen Terrorismus 


Herr, unser Gott, in dieser Stunde der Angst und Gefahr rufen wir zu Dir,
der Du allein unsere Zuflucht und Hilfe bist.
Wir und unser Volk haben weithin Deine Gebote missachtet
und sind im Wohlstand aufgegangen.

Wir waren nicht wach, als Kriminalität, Okkultismus,
Gotteslästerung zunahmen, und haben dem kaum etwas entgegengesetzt.
Wir haben zugelassen, dass Gewalt und Grausamkeiten
in den Massenmedien überhandnehmen konnten
und dadurch ihren Schrecken verloren haben.

So sind wir mit schuld an der Terrorwelle,
die nun die ganze Welt zu verheeren
und in Chaos und Grauen zu stürzen droht.
Vergib uns unsere Schuld und erhöre uns
in Deiner großen Barmherzigkeit
um des vergossenen Blutes Jesu Christi willen.

Herr, unser Gott, Du hast diese Heimsuchung zugelassen.
Wir bitten Dich, dass dadurch bei uns
und überall in Deiner Gemeinde
eine heilsame Erschütterung geschieht,
ein Aufwachen aus Sicherheit und Gleichgültigkeit. [...]

zum ganzen Gebet (PDF) ...

Montag, 11. Juli 2016

Bistum Münster gibt Buch "Beziehung statt Abgrenzung – Kirche im Wandel" heraus

Das Bistum Münster hat ein Buch zur Zufriedenheitsstudie herausgegeben, welche kürzlich durchgeführt worden war. Sie hatte ergeben, dass ein großer Teil der Katholiken mit der Institution der Kirche unzufrieden waren. Auf Facebook, der Bistumshomepage und kirchensite.de wurde das Buch vorgestellt, welches sich an alle Interessierten im Bistum (also auch mich) richtet, vor allem aber für jene gedacht ist, die am Pastoralplan in den Pfarreien mitwirken. "Die Kirche sei zwar kein Servicebetrieb, müsse aber als Dienstleister besser werden", erfuhr ich beim Lesen. Viele "Dienstleistungen", zum Beispiel die Caritas oder die vielfältigen Beratungsangebote würden vom Kirchensteuerzahler gar nicht als Angebote der katholischen Kirche wahrgenommen.

Viele würden Kirche als abgrenzend gegenüber anderen empfinden. Doch gerade dies wolle die Kirche nicht sein, viel mehr wolle sie mehr in Beziehung mit den Menschen treten. Obgleich ich selber ein studierter Betriebswirt bin, irritiert mich die Marketingsprache, die bei der Vorstellung des Buches gewählt wurde, schon ein wenig. Dennoch bin ich natürlich an diesem Buch sehr interessiert, geht es doch schließlich um die Zukunft unserer Kirche. Von dem bereits öfters angekündigten Pastoralplan habe ich sowohl im Bistum noch in meiner Pfarrei nur wenig Konkretes erfahren.

Daher habe ich versucht, das Buch im Internet zu bestellen, leider vergeblich. Bei buecher.de wurde es gar nicht gefunden, und Amazon teilte mir die Nichtverfügbarkeit mit. Ich bestellte es nun direkt per Email beim Dialogverlag, wo es erschienen ist, und bin gespannt, ob ich es tatsächlich bekommen werde. Das Buch wurde mir vom Verlag umgehend per Rechnung zugeschickt.


Samstag, 2. Juli 2016

Fest Heimsuchung Mariae

Am heutigen Samstag (2. Juli) feiert die katholsiche Kirche im deutschen Sprachraum das Fest Heimsuchung Mariae. Es weist auf die Geburt des Sohnes Gottes, den Messias hin. Die mit dem göttlichen Sohn schwangere Jungfrau Maria besucht ihre schwangere Base Elisabet, die ihrerseits mit dem Wegbereiter des Messias, dem hl. Johannes des Täufers schwanger ist. So erzählt es das Lukasevangelium. Als Maria das Haus betritt und ihre Base Elisabeth begrüßt, hüpft deren Kind vor Freude im Bauch. Elisabet preist die Gottesmutter Maria, die darauf hin in ihr Lobgesang, das Magnificat ausbricht.


Montag, 20. Juni 2016

Die "Perlen des Glaubens", eine Art ökumenischer Rosenkranz? Mitnichten!

"Perlen des Glaubens" - der Rosenkranz und die
evangelische Gebetskette sollen den Glauben vertiefen
Der heutige Morgen begann für mich ganz im Zeichen der Okumene. Bei meinem Blick auf mein Tablet knallte mir ein dringlicher Aufruf des Kölner Kardinals Woelki auf <Facebook ins Auge. Er rief alle christlichen Gemeinschaften zur Einheit auf. Warum er in den Kommentaren dafür so viel Shitstorm ernten musste, bleibt mir schleierhaft. Was war daran so falsch, dass Kardinal Woelki beklagte, das Glaubenszeugnis wütde geschwächt, weil die Christen "nicht im Einklang" sprechen. Dabei habe uns Jüngern der Herr zur Einheit im Glauben aufgerufen.

In der zweiten Lesung des gestrigen 12. Sonntags im Jahreskreis wurde es uns im katholischen Hochamt verkündet: 


26
Brüder!
Ihr seid alle durch den Glauben
   Söhne Gottes in Christus Jesus. 
27Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid,
   habt Christus als Gewand angelegt. 
28Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie,
nicht Mann und Frau;
denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus. (Gal. 3, 26ff)
Die Taufe und unser gemeinsamer Glauben an den einen dreifaltigen Gott verbindet alle Christen, ob sie katholisch, orthodox oder evangelisch sind.   Entgegen den Willen Christi zerstreiten wir Christen uns so oft, statt uns zu einigen. Wie können wir unsere Streitereien überwinden? Indem wir auf den schauen, den wir "Heiland" nennen, durch unser Gebet. Es gilt also, dass Gebet wieder mehr zu fördern, dafür zu trommeln, dass die Leute sich in christlicher Spiritualität einüben. 

Als Katholik schätze ich das Rosenkranzgebet als eine Betrachtungsweise, in der wir uns die wichtigsten Stationen im Leben des Herrn an der Hand seiner Mutter Maria vergegenwärtigen. Das Rosenkranzgebet ist ein durch und durch biblisches Gebet. Der Rosenkranzbeter läßt sich an der Hand Mariens immer mehr in die Nähe Christi führen und übt sich ein in den Lobpreis Gottes. Als Geschenk erhält er Kraft und Gelassenheit, die er aus der Stille dieses Gebetes schöpft, in dass er sich nur hineinfallen zu lassen btaucht. So gesehen sind die Perlen des Rosenkranz für mich wahrhaft "Perlen des Glaubens".

Vor ein paar Tagen fiel mir - nein nicht >dieser Beitrag sondern >dieser Artikel  - auf katholisch.de auf. In ihm wurden evangelische "Perlen des Glaubens" vorgestellt, die auch von katholischen Christen verwendet werden. Das wäre doch eine tolle ökumenische Gebetsaktion, die katholische und evangelische Christen gemeinsam verbinden könnte. Die "Perlen des Glaubens", eine Art ökumenisch Rosenkranz? Ich fand dies spannend und sandte meinem Bruder, der evangelisch ist, einen Link zur Story. Umso überraschter war ich, als ich heute eine Sendung der lutherischen Versandgesellschaft mit dieser evangelischen Gebetskette erhielt. Ein guter Anlass, der Intention dieser evangelischen Gebetskette etwas intensiver auf den Grund zu gehen.

Der Kette lag auch ein Büchlein mit einer Erklärung bei, wie man diese Perlen interpretieren und für seine Gebetspraxis anwenden soll. Ich musste erst etwas suchen, bis ich christliche Elemente in ihr erahnen konnte. Die wichtiste und größte Perle ist die goldene "Gottesperle". Aus ihr wird allerdings nicht erkenntlich, dass wir den einen Gott in drei Personen, den Vater, Sohn oder Heiligen Geist meinen. Von einer Anrufung einer der drei göttlichen Personen Vater, Sohn Jesus Christus und Heiliger Geist ist in der beiliegenden Beschreibung keine Rede. Somit könnte man damit auch eine ganz andere Gottesvorstellung damit verbinden. Eindeutiger wäre anstelle der "Goldperle" vielleicht das Kreuz gewesen, das untrügliche Symbol des  christlichen Glaubens.

Außer der Gottesperle gibt es eine "Ich-Perle", die uns einlädt, über uns selbst nachzudenken. Desweiteren gibt es Perlen der "Liebe",  der "Gelassenheit", der "Nacht" und der "Stille", in der wir meditative Erfahrungen vertiefen sollen. Die "Taufperle" und die "Perle der Auferstehung" verweisen allerdings eindeutig auf urchristliche Glaubenselemente.

Die >"Perlen des Glaubens" stammen aus Schweden. Sie stehen jeweils für ein Glaubens- und Lebensthema, welches der Beter betrachtet. Sie sollen eine Art Katechismus bilden. in welchem man sich immer mehr vertieft. Das Glaubensband will auf diese Weise "Glauben greifbar machen" und "den Weg in christliche Traditionen" frei machen. Dem Beter steht es frei, den Perlen eigene persönliche Bedeutungen zuzuordnen. Einige Katholiken wandelten die blaue "Perle der Gelassenheit" in eine Marienperle um. Das passt insofern hervorragend, weil Maria ganz als Magd des Herrn ihren Willen mit dem Willen Gottes vereinte. Von der Geburt bis zum Kreuzestod blieb sie ihm in jeder Lebenssituation treu, bis am Kreuz.

Sicher ist die evangelische Glaubenskette ein empfehlenswertes Instrument, die eigene Lebens,- Gebets- und Glaubenspraxis zu reflektieren. Ein wenig erinnert mich dies an >ignatianische Gebetsübungen. Sie kann allerdings nicht mit dem Rosenkranzgebet verglichen werden, in dem wir die Geheimnisse des christlichen Glaubens betrachten, die Stationen des Heilswirkens Christi uns vergegenwärtigen und den Vater, Sohn und Heiligen Geist anbeten und preisen. Die "Perlen des Glaubens" auf evangelisch und auf katholisch unterscheiden sich fundamental. Während der Rosenkranz eine klar strukturierte Abfolge von Gebeten ist, gibt es diese klare Struktur bei der evangelischen Gebetskette so nicht. Sie lädt den Beter ein, für sich eine individuelle Betrachtungsform zu finden.

Beide Gebetsketten können das Gebetsleben auf ihre eigene Weise bereichern, ersetzen werden sie einander nicht. Wer kein Zugang zum marianischen Rosenkranz finden kann, für den könnten die "Perlen des Glaubens" vielleicht ein Zugang zum persönlichen Gebet eröffnen.