Samstag, 10. Dezember 2016

Krippen in Südoldenburg - Miniaturkunstwerke alter Tradition


Stubbenkrippe in Carum an Weihnachten 2015
In diesen Tagen werden in vielen Dörfern und Städten in Südoldenburg wieder Weihnachtskrippen errichtet. An dieser alten Tradition beteiligen sich auch heute noch viele Frauen und Männer unserer Region. In der Gemeinde Bakum werden in allen fünf Kirchen Krippen alljährlich zur Adventszeit aufgebaut. Nicht wenigen Menschen in den Dorfgemeinschaften liegt die Krippe in “ihrer” Pfarrkirche ganz besonders am Herzen.

Die Augen des Carumer Kirchenküsters Heinz Plump leuchten, wenn er über den Krippenbau in seiner Dorfkirche erzählt. Die Einwohner des 250-Seelen-Ortes zwischen Bakum und Dinklage können zu Recht stolz auf ihre wohl größte Stubbenkrippe im Landkreis Vechta sein. Sie ist mehr als 100 Jahre alt und füllt fast den ganzen linken Seitenflügel der Kirche aus. Ganze Landschaften mit unzähligen Miniaturfiguren und natürlich dem Stall mit der Krippe werden in ihr dargestellt. Ebenso alt ist die Krippe in der Lüscher Kirche, die ursprünglich von der ehemaligen Lüscher Hofstelle Tabeling am Osterberg stammt. Seit vielen Jahren baut ein Trupp sie in der Lüscher Kirche auf.

Ebenfalls sehr aufwändig gestaltet ist die Krippe in der Vestruper Kirche. Für Reinhard Brinker und sein Team gehört es seit mehr als 30 Jahren zur Weihnachtszeit dazu, dafür zu sorgen, dass die Figuren an der Krippe in die gewünschte Position gesetzt werden. Über den Zauber ihrer Krippe berichten die Vestruper ausführlich auf ihrer Dorfhomepage. Die Krippe in der katholischen Pfarrkirche in Bakum hat wiederum einen ganz anderen Charakter. In ihr werden im Verlauf der Advents- und Weihnachtszeit mit den Figuren unterschiedliche Bilder aus der Weihnachtsgeschichte dargestellt.

Ein Geheimtipp ist für mich die Weihnachtskrippe in der Gethsemanekirche in Bakum. Ich bekam ihn von einem Mitglied der evangelischen Gemeinde, der mich auf sie aufmerksam machte. Seitdem besichtige ich sie jedes Jahr. Die schlichten Holzfiguren mit fröhlich bunten Kostümen strahlen die weihnachtliche Freude aus und fügen sich sehr gut in die Holzbauweise der Kirche ein. Einige südoldenburger Frauen und Männer haben viel Geld und Zeit in den Krippenbau investiert. Zum Beispiel Maria Schröder aus Büschel. Viele Krippenfiguren hat sie weiter verschenkt. Zum Beispiel an die Katharinenschule in Bakum. In der Grundschule werden sie alljährlich zur Weihnachtszeit wieder aufgestellt.

In vielen Privathäusern im Oldenburger Land werden Krippen aufgebaut. Sie erzählen die Geschichte von der Geburt Jesu Christi in einer Flüchtlingsfamilie, die nach langer Suche ein Obdach in einem ärmlichen Stall in Bethlehem fand. Auch ich werde wieder unsere alte Familienkrippe aufstellen. Welche meiner Vorfahren sie sich besorgten, weiß ich nicht. Heiligabend werde ich das Christkindlein in die Krippe legen. Das ist für mich der Beginn des Weihnachtsfestes.

Diese Kolumne von mir wurde in der Oldenburgischen Volkszeitung veröffentlicht.

Freitag, 9. Dezember 2016

Fatima-Gebetstag an "Mariä Empfängnis" in der Marienbasilika Bethen

In der Marienbasilika in Bethen bei Cloppenburg
Selten erlebt man in unserer Region Südoldenburg noch ganz feierliche katholische Feste nach traditioneller Weise. Ein solches fand am gestrigen Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8. Dezember) in der Marienbasilika in Cloppenburg-Bethen statt.

Es war das erste Mal, dass ich daran teilnehmen konnte. In Niedersachsen ist kein gesetzlicher Feiertag. Aus beruflichen Gründen war mir dies bislang nicht möglich. In diesem Jahr nutzte ich die Gelegenheit, in den Marienwallfahrtsort im Oldenburger Land zu fahren, der nur wenige Kilometer von mir entfernt liegt. Die anderen Pilgerer kamen aus dem ganzen Oldenburger Land, Bremen und ich habe sogar ein Autokennzeichen aus Nordrhein Westfalen entdeckt.

Die Glocken der Basilika läuteten schon freundlich, als ich Bethen erreichte. Die Basilika selbst war schon recht gut besucht, aber nicht voll.  Dennoch spürte ich gleich beim Rosenkranzgebet den Segen. Es ist schön, wenn man in einer Gemeinschaft den Rosenkranz betet, besonders, wenn man sonst "Einzelkämpfer" ist. Nach dem Rosenkranz begann anschließend ein sehr feierliches Festhochamt. Monsignore Költgen zog mit mehreren Priestern, älteren Messdienern und Männern, die eine Fatima-Madonna hereintrugen, in die Kirche. Das Kyrie und Gloria war auf Latein und die Eucharistie wurde mit dem 1. Hochgebet zelebriert. Dies ist insofern bemerkenswert, weil beides viel zu selten noch in einer katholischen Kirche so feierlich vollzogen wird.

Im Kern der Heiligen Messe stand die

Weihe an die heiligsten Herzen Jesu und Mariä:

Heiligstes Herz Jesu, Du liebst das Unbefleckte Herz Deiner Mutter wie Dein eigenes Herz. Du wünschest, dass wir Deinem und ihrem Herzen vereint huldigen und uns weihen, denn ihr habt uns Menschen wie mit einem einzigen Herzen erlöst.
Heiligste Herzen Jesu und Mariens, die ihr ganz eins seid, wir weihen uns Euch, damit auch wir ein Herz und eine Seele werden und einander lieben, wie ihr Euch liebt. Durch diese Weihe wollen wir euch alles anvertrauen und übergeben: alles was wir tun und leiden, unseren Leib und unsere Seele, heute und morgen und für immer.
Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen, herrsche durch Deine Liebe und Deinen Frieden in unseren Herzen, in unseren Familien, in der ganzen Welt. Führe durch Maria, der Königin der Welt, die Völker zur Einigkeit, die Irrenden zu Deiner Herde, die verlorenen Söhne und Töchter ins Vaterhaus zurück.
Jesus und Maria, ihr habt Pläne der Barmherzigkeit mit uns Sündern. Ihr erhört unsere Gebete und Opfer, gebt uns Kraft, die Gebote zu halten, dem Geist der Welt zu entsagen und an die Rettung der Welt mitzuwirken.
Segnet unsere Brüder und Schwestern in der ganzen Welt und schreibt die Namenaller in eure Herzen zum Zeichen, dass wir Euch für immer angehören dürfen.
Zum Dank für eure große Güte wollen wir nach unserem Weiheversprechen leben, die Liebe und Verehrung zu euren Heiligsten Herzen fördern, damit sich Euer Reich auf der ganzen Welt ausbreitet.
Heiliger Josef, Du Beschützer des Reiches Christi auf Erden, bringe unsere Weihe den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä dar und erbitte uns die Gnade, dass wir im uns Himmel alle wiederfinden. Amen
 Nach der Messe schloss sich die Heilige Stunde mit einer sehr langen eucharistischen Anbetung statt, in der Jesus und Maria angefleht wurden, sich der geistigen Nöte unserer Zeit anzunehmen. Der alte Priester, der die Anbetung leitete, hatte wohl eine Erkältung und Mühe, die vielen Litaneien und Gebete vorzutragen. Sie wurden durch viele adventliche Lieder und feierliche Gesänge unterbrochen. Beim nochmaligen Rosenkranzgebet trug der Priester dennoch mit seiner gebrochenen Stimme alle Gesätze vor. Da ich das erste Mal dabei war, war dies für mich ein besonderes Ereignis. Wenn es möglich ist, werde ich an diesem Tag wieder in Bethen sein.

video
Einladend läuten die Glocken der 
Marienbasilika in Beten
 zur Ehre Gottes



Donnerstag, 8. Dezember 2016

Prälat Kossen, ein Seelsorger für Menschen am Rand der Gesellschaft

Prälat Kossen mahnte bei der Maidemo in Vechta
menschenwürdige Behandlung der Werkarbeiter an.
Prälat Mons. Peter Kossen war ein Seelsorger unter den Menschen. Bekannt wurde unser bisherige stellvertretende Offizial durch seinen unermüdllichen Einsatz für die Werkarbeiter, die in Südoldenburg in den industriellen Schlachtbetrieben unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen.

Der eher schlicht und unauffällig gekleidete und wirkende Priester war mitten unter denen, die am Rande der Gesellschaft standen und war sich nicht zu schade, sich selbst an einer Gewerkschaftsdemonstration gegen die Ausbeutung dieser Menschen zu beteiligen. Er handelte im gleichen Sinne wie Papst Franziskus, die Barmherzigkeit für alle zu fordern. Noch im Sommer erlebte ich ihn auf der Demo am 1. Mai in Vechta. Obwohl wir uns selten getroffen hatten, kannte er mich und begrüßte mich. Er kannte die Menschen und hatte sie im Blick.

Ein Prälat spricht auf einer Gewerkschaftsdemonstration? Für traditionalistische Katholiken mag dies ein NoGo zu sein. Die Gewerkschaften gelten vielen als eine gottlose Institution. Auf der anderen Seiten darf es Christen nicht gleichgültig sein, wenn Menschen unwürdig behandelt werden. Sie müssen sich in die Reihe der Menschen einreihen, die sich gegen das Unrecht einsetzen. Sie müssen auch dort das Evangelium verkünden. Nicht das Geld, sondern Gottes Gebote müssen in der Arbeitswelt eingehalten werden.

An anderer Stelle erlebte ich ihn auch als einen hervorragenden Prediger im Langfördener "Dom", der Pfarrkirche St. Laurentius in Langförden,  Dieser Priester ist ein Symbol für die Vielfalt unserer Kirche, in denen es ganz unterschiedliche Menschen mit ihren eigenen Charismen gibt. Seine Botschaft ist, dass der christliche Glaube nicht ein frömmelndes Dasein im privaten Zummer ist, sondern auch in die Gesellschaft einwirken muss. Prälat Kossen steht damit in einer Reihe mit dem sel. Kardinal Clemens August Graf von Galen, der sich gegen das Unrecht im Nationalsozialismus wandte.

Mons. Petter Kossen wechselt nun als Pfarrer nach Lengerich. Sicher wird er auch dort Seelsorger sein, besonders für diejenigen Menschen, die am Rand stehen. Er wird sich für deren Würde weiterhin einsetzen. Viele Menschen in Südoldenburg werden ihn in dieser Erinnerung behalten und ihm auf seinem Weg, wie ich, Gottes Segen wünschen.

Dienstag, 29. November 2016

Das Eingangslied zum Advent

Mönche des Klosters Maria Laach singen den Introitus, das Eingangslied zur Messe des ersten Aventssonntags. Nach dem dunklen Totenmonat November beginnt nun wieder das Licht größer zu werden. Mein Blick kann sich wieder heben, und schon ist in der Ferne wieder Weihnachten zu sehen. Das Licht der Welt, Christus, kommt in unsere Dunkelheit und will uns mit seiner Herrlichkeit erleuchten.

Sonntag, 27. November 2016

Und was nun bedeutet eigentlich der ADVENT?

Was ist Advent? Vor einem Jahr stellte die Münsteraner Zeitung Westfälische Nachrichten diese Frage Bürgern im Stadtzentrum unserer Domstadt. Und was ist nun der Advent? Zusammensein mit Freunden, Plätzchenbacken oder auf den Weihnachtsmarkt gehen? Ist es die Vorbereitungszeit auf ein "Fest der Liebe"? Oder geht es darum, dass der Herr Jesus Christus auch in unserem Leben neu geboren werden will? Stellen auch wir uns am heutigen ersten Adventssonntag die Frage, was Advent für uns bedeutet!

Samstag, 26. November 2016

Der (hl.) Nikolaus als Pausenclown?

Er darf nicht fehlen. Der freundliche alte Mann mit langer Mütze, weißen Bart und rotem lsngem Mantel und verteilt Geschenke an die lieben Kleinen. Moment Mal, ist dies nicht der Weihnachtsmann? So genau weiß das nicht jeder, aber das spielt auch keine Rolle. Es ist der heilige Nikolaus. In der Vechtaer Innenstadt macht er glatt Überstunden. Schon zwei Wochen vor dem eigentlichen Gedenktag des heiligen Bischofs ist er in der Innenstadt und nimmt die Stiefel der Kleinen entgegen, die sie dann am 5. Dezember befüllt mit Schokolade und Co. vom Nikolaus wieder zurück erhalten. Es ist ein geschickter Marketingtrick: Mamma oder Papa oder am besten die ganze Familie müssen gleich zwei Mal in die Stadt. Und dabei fällt ihnen vielleicht auch noch ein Geschenk ein, welches sie einkaufen müssen.

Und auch an anderen Orten taucht der rote alte Mann auf, wo sonst selten an Gott und Religion gedacht wird. Zum Beispiel bei Weihnachtsfeiern von Firmen. Wie wäre es, wenn die Menschen sich an die christlichen Wurzeln erinnern würden, die auf dieser Tradition beruht? Wie wäre es, wenn die ganze Firma mal zu einer hl. Messe gehen würde? Der Weihnachtsmann hat mit Weihnachten so wenig gemein, wie der hl. Nikolaus als Einlagenclown taugt.

Sonntag, 20. November 2016

Mein Abschluss des heilgen Jahres der Barmherzigkeit

Und schwups! Mit dem Christkönigsfest ist nun auch das Heilige Jahr der Barmherzigkeit wieder vorbei. Auf Barmherzigkeit ist jeder angewiesen. Kein Mensch hat keine Schwächen, vor Gott sind wir alle auch Sünder. Wir sind auf SEINE Liebe angewiesen, In seiner Predigt griff unserer Pfarrer dieses Thema zum Abschluss dieses Kirchenjahres auf und stellte uns vor die Frage, wie sehr wir Barmherzigkeit gesucht und auch in unserem Leben an andere weitergegeben haben. Außer mit dem Sakrament der Eucharistie wurden wir mit dem eucharistischen Segen gestärkt.

Da ich am Vorabend ein lautes, frohes und langes Fest mit meiner Nachbarschaft gefeiert habe, beschloss ich nachmittags, noch einmal die Stille in einer Schönstattkapelle in meiner Nähe zu suchen, um dort im Gebet an der Hand der Gottesmutter zur Barmherzigkeit Gottes geführt zu werden. Als ich die Kapelle betrat, saß eine Schwester und mehrere Menschen zu einer Andacht in der Kapelle. Die Schwester winkte mich herein und bedeutete mir, Platz zu nehmen.

Der Tabernakel stand offen zur Anbetung des Allerheiligsten. Ich ließ mich einfach in die Schönstattandacht mit vielen schönen Gebeten, darunter das Schönstatt-Weihegebet. Die vielen Gedanken kann ich nicht mehr ganz genau wiedergeben, die betrachtet wurden.

 Nach dieser schönen Antwort, dankte ich Gott und der heilgen Gottesmutter, dass sie mich zu diesem Ort geführt hatten und mir auf diese Weise einen runden  Abschluss dieses hl. Jahres der Barmherzigkeit zu schenken. Am kommenden Sonntag ist schon der 1. Advent. Das heißt, wir müssen uns in dieser Woche um unsere Adventskränze kümmern.