Mittwoch, 1. März 2017

Mein Fastenmotto 2017

Auf mal geht es ruck zuck! Es ist Aschermittwoch und die Fastenzeit ist da. Eine Zeit der Umkehr und Buße. Doch wie könnte sie in diesem Jahr aussehen? So recht weiß ich es nicht. Lassen wur den Blick des Herrn auf uns werfen und fragen ihn, wie er unsere Umkehr wünscht, welche Buße er von uns erwartet. Lass uns still werden, damit wir seine Stimme aus der Tiefe unseres Herzens hören können.

Bei der Betrachtung der Vesper an Aschermittwoch gefiel mir der Vers Psalm 139, 24 besonders:

her, ob ich auf dem bin, der dich kränkt, * und mich auf dem altbewährten Weg! Psalm 139, 24

Diese Bitte ist mein diesjährige Einstieg in die diesjährige Fastenzeit.

Freitag, 24. Februar 2017

Aus, Amen, Ende, wie geht's weiter mit der Kirche?

Wie sieht die Zukunft unserer Kirche aus? Das ist eine spannende Frage. Bei uns ist noch die Kirche im Dorf. Ich betone das Wort "Noch"! Genauer gesagt, wir haben in unserer kleinen politischen Südoldenburger Gemeinde sogar noch vier Kirchen für etwa 6.000 Seelen, an vier Kirchorten. Aber nur noch ein Bruchteil von den Katholiken geht überhaupt noch in die Kirche, sodass auch an uns der Zug der Zeit nicht vorbei gefahren ist. Ursprünglich gab es in unserer politischen Gemeinde vier Pfarrgemeinden mit je einer Kirche, Im Jahr 2008 wurden sie zu einer neuen gemeinsamen Pfarrei fusioniert. Geändert hat sich bislang wenig: wir haben vier Chorgemeinschaften, drei Musikvereine, vier Messdienergruppen, vier Frauengemeinschaften, Seniorengruppen, Landjugend, Kolping und und und. ...

Nur, zu den Gottesdiensten bleiben die Kirchen ziemlich leer. Im Grunde würde eine Pfarrkirche mit einer Vorabendmesse am Samstag und einem oder zwei Messen am Sonntag völlig ausreichen. Es müssten nur die vier Pfarrheime unbedingt bestehen bleiben, damit die vielen kirchlichen Vereine und Verbände ihre Heimat behielten. (Ironieaus)

Der ehemals Münsteraner Pfarrer Thomas Frings ist der Meinung, dass dies nicht so weiter gehen kann. In seinem neuen  Buch "Aus, Amen, Ende?" schreibt er über seine Gründe, warum er so nicht mehr Pfarrer sein kann und wie seine Vision einer neuen Pastoral aussehen sollte.  Da mich das rasend interessierte, habe ich mir das Buch gleich besorgt.

Frings skizziert die Pfarrei der Zukunft als Gemeinde, die sich nicht mehr territorial definiert. Von der Territorialpfarrei zur Entscheidungsgemeinde. Das meint, die Kirche darf noch im Dorf stehen, aber es dürfen alle Menschen Gemeinde bilden, die an ihr teilnehmen wollen. Menschen, die aus freien eigenem Willen kommen, nicht aus Gewohnheit oder Tradition. Dies können nach Pfarrer Frings sogar Ungetaufte sein. Die Gemeinde soll allen offen stehen, wer aber Sakramente empfangen möchte, muss dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Nun gut, frage ich mich, galt das nicht eigentlich schon früher einmal? Wer sein Kind taufen lassen wollte, musste versprechen, es im Glauben zu erziehen - Ansonsten wurde es nicht getauft. Wenn ein Kind zur Erstkommunion zugelassen werden sollte, dann war regelmäßige Teilnahme seiner Familie an den Sonntagsmessen Voraussetzung. Das Gleiche galt für die Firmung.

Die Regel, dass nicht mehr jeder zu allen Sakramenten zugelassen wird, kann man sehr schnell einführen. Ob man dies durchsetzen kann, ist die andere Frage. Der Schritt zur Entscheidungsgemeinde erledigt sich aber von selbst, wenn mehr und mehr Pfarreien zusammengelegt und Kirchen profanisiert werden müssen, weil sie nicht mehr genutzt werden und auch die Kirchenfinanzen uns dazu zwingen. Sie erledigt sich, wenn die Volkskirche endgültig gestorben ist und nur noch diejenigen übrigbleiben, die das aus eigenem Antrieb wollen,

Weil sie in der Gemeinde das finden, was uns Kraft, Mut, Liebe und Hoffnung bringt; Die Gemeinschaft mit den Herrn aus den Sakramenten und die Gemeinschaft mit Menschen, die daraus schöpfen. Dennoch ist das Buch lesens- und empfehlenswert, besonders für alle diejenigen, die sich mit Pastoralplänen auseinandersetzen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Pfarrer Frings vs ZdK-Präsident Prof. Sternberg: Zwei Modelle für die Zukunft unserer Kirche

Heute morgen war ich wieder sehr verärgert: Ich hörte im Deutschlandradio Wortfetzen eines Interviews mit dem Präsidenten des ZdK Prof. Thomas Sternberg, den angeblichen "Vertreter der katholischen Laien": "Wir als Gottesvolk mit der überwältigen Mehrheit der Laien und der Minderheit der geweihten Amtsträger" ... . Danach folgte von Herrn Sternberg allerhand Geschwafel über Dienstpflichten der Priestern und das Recht, eine Erstkommunion auch bürgerlich feiern zu dürfen. Hat dies jemand bestritten? Nein, es wird nur zurecht infrage gestellt, dass jemand zu Sakramenten zugelassen wird, ohne eine Glaubensfähigkeit (Grundwissen) und -bereitschaft (z.B. regelmäßige sonntägliche Teilnahme an der Eucharistiefeier) zu haben. Die angebliche "pastorale Katastrophe" müssten nach Sternberg ausgerechnet die Laien (welche meint er?) selber "in die Hand nehmen", da auf die Priester "nicht Verlass" sei. Wie das ohne Priester funktionieren soll, erläuterte er allerdings nicht.  Außerdem forderte Sternberg wieder einmal die Aufhebung des Zölibates. Der Präsident der katholischen Verbändevertretung ZdK bot also alte Lösungen und Forderungen an, die wir schon lange kennen.
Hier ist das Interview mit Professor Sternberg im Wortlaut: mp3

Was ich nicht gehört hatte, war ein voran gegangenes Interview mit dem Pfarrer Thomas Frings, der vor einiger Zeit sein Amt als Münsteraner Pfarrer niedergelegt hatte. Der vertritt die Meinung, dass die Volkskirche endgültig ausgedient hat, und die Zukunft die Entscheidungsgemeinde ist, die nicht an den Wohnsitz gebunden ist. Wer Mitglied in der Gemeinde sein wolle, sei herzlich willkommen, wer aber zu den Sakramenten zugelassen werde und Dienste erhalte, müssse auch Verpflichtungen eingehen. Zusätzliche Heilige Messen dürften zum Beispiel nur noch dann angeboten werden, wenn sie auch besucht würden, die Gotteshäuser auch voll wären. Die Kirche müsse sich der modernen Gesellschaft anpassen, in der "längst freiere, unverbindlichere Lebensentwürfe" üblich seien.
Hier ist das Interview mit Pfarrer Frings im Wortlaut: mp3

Nun kann sich jeder überzeugen, welches Zukunftsmodell für die katholische Kirche ihn überzeugt. Ich entscheide mich für das Modell von Pfarrer Frings!

Mittwoch, 8. Februar 2017

9. Februar: Gedenktag der großen Mystikerin des Münsterlandes Anna Katharina Emmerick

Am heutigen Tag ist der Gedenktag der großen Mystikerin des Münsterlandes, der seligen Anna Katharina Emmerick. Ihr Gab in Dülmen ist eine große Pilgerstätte und sicher noch ein Reiseziel für mich. Ihr prägenster Satz war: " Ich bin nur eine Magd des Herrn, was der Herr will, tue ich, tue ich mit Freuden. Instrumente sind wichtig und notwendig, ob bei Handwerkern, ob bei Ärzten, bei Wissenschaftlern, bei Musikern;  jeder braucht ein Instrument. Wenn Gott mir die Würde gibt, Instrument in seiner Hand zu sein, dann macht mich das groß und auf der anderen Seite demütig, denn ich weiß, meine Fähigkeiten, meine Neigungen, meine Möglichkeiten und auch meine Unmöglichkeiten habe ich, um sie in den Dienst Gottes zu stellen ..."

Die selige Anna Katharina Emmerick hat dies gelebt und war anderen ein Vorbild. Sie war eine marianische Selige, die an der Hand Mariens sich zu allen Stationen ihres geliebten Herrn führen lies. Sehr berühmt sind ihre Betrachtungen zum Heiligen Rosenkranz:



Auch dunkle Visionen von der Zukunft der Kirche prägten ihr leidensvolles Leben, welches sie eng mit der Passion Christi verband, dessen Leib die Kirche darstellt:


Das Tagesgebet 

zum Gedenktag der sel. Anna Katharina von Emmerick:

Gott, unser Vater,
du hast uns in der seligen Jungfrau Anna Katharina
ein leuchtendes Beispiel für die Betrachtung des Leidens Christi
vor Augen gestellt;
gewähre uns in deiner Güte,
dass wir durch ihre Fürsprache und ihr Beispiel
dem Bild deines Sohnes gleich gestaltet werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.

Samstag, 14. Januar 2017

Warum ich an meinem Tauftag Gott ganz besonders dankbar bin

Am 14. Januar 1960 wurde ich in der St. Marien Kirche in Oldenburg getauft. Dies ist genau 57 Jahre her. Der Tauftag ist ein guter Anlass für mich, über die Bedeutung der Taufe immer wieder neu nachzudenken.

Papst Franziskus hat am 13.11.2013 eine sehr schöne Katechese darüber gehalten. Durch die Taufe bekennen wir uns als Kinder Gottes. Papst Franziskus bezeichnet die Taufe quais als "Personalausweis" des Christen und fordert jeden Christen auf, das Datum seines Tauftages zu erfragen, wenn er es nicht kennt. Wir  sollen Gott dafür danken, dass er uns an unserem Tauftag die "Pforte zu seiner Kirche geöffnet" hat. Aus diesem Grund feiere ich meinen Tauftag jetzt jedes Jahr.  Anders als meinen Geburtstag begehe ich diesen Tag eher besinnlich und mit Gebet, ich nehme mir an diesem Tag mehr Zeit, um über meinen Glauben nachzudenken.

Durch die Taufe wird der Christ "neu geboren" sagte Papst Franziskus in seiner Katechese. Eng verbunden ist damit die Beichte, das Sakrament der Versöhnung, die der Papst als "zweite Taufe" bezeichnet. Gott vergibt uns bei der Taufe unsere Erbschuld, er nimmt sie auf sich und sühnt sie für uns durch sein Leiden und Tod am Kreuz in der Person seines Sohnes Jesus Christus. Im Bad der Taufe werden wir im Wasser untergetaucht, der alte Mensch stirbt und wir werden als neuer Mensch wiedergeboren,  Auf diese Weise wird die Taufe zum Erlösungssakrament. Als Kinder Gottes dürfen wir, wie uns Jesus selbst im Vater Unser lehrt, Gott als unseren Vater anrufen, Wesentlicher Teil der Tauffeier ist die Absage an den Teufel und das christliche Glaubensbekenntnis. Zugleich werden wir mit der Taufe Jünger Christi, des menschgewordenen Gottes. Von ihm erlernen wir, Gottes Gebote zu befolgen, seinen Willen zu tun.

Was auch immer wir tun, das Siegel der Taufe bleibt in unsererem Herzen eingebrannt. Wenn wir uns vom Vater abgewandt haben, dürfen wir immer wieder zum Glauben zurückkehren und mit der "zweiten Taufe", der Beichte, unsere Taufgnade wiedergewinnen. Gott gibt auch dem größten Sünder immer wieder eine neue Chance zum Leben. Diese große Gnade habe ich in meinem Leben, in ´dem ich viele geistliche Umwege gegangen bin, selber erfahren. Deshalb erinnere ich mich an meinem Tauftag ganz besonders daran und danke Gott für alles Gute, dass er für mich tut, Wie ein guter Vater.

Montag, 9. Januar 2017

Montag der 1. Woche im Jahreskreis

kleines Stundenbuch
Montag der 1. Woche
im Jahreskreis
Am heutigen Montag holt uns der Alltag wieder ein. Für mich bedeutet dies, dass ich meinen Tag mit der morgendlichen Laudes, dem Morgengebet, wieder in meiner Gebetsecke beginne. Das grüne Stundenbuch liegt auf meinem Gebetstisch. Die Kerzen am Tischkreuz und meiner kleinen Madonna brennen hell. Während der Weihnachtszeit hielt ich die Laudes immer an der Krippe und blickte dem kleinen Jesuskind in die Augen, das in der Krippe lag. Die Liturgie des Stundengebetes führt uns wunderbar in die Bedeutung der Festtage ein.

Die Feierei der Weihnachtszeit wurde mit dem gestrigen Fest der Taufe Jesu endgültig beendet. Nur noch für die Katholiken, die sich nach dem alten Ritus richten, geht die Weihnachtszeit noch bis zum Fest "Darstellung des Herrn" (Mariä Lichtmess) am 2. Februar weiter. Am heutigen Montag beginnen wir nun wieder mit der ersten Woche im Vierwochenpsalter des Jahreskreises. Und mit unserer Arbeit und unseren Alltagssorgen und -problemen. Ich werde meinen Tannenbaum abschmücken und die Krippe wieder abbauen und in die Vorratskammer stellen.

Beten wir, dass wir auch im Alltag nicht unsere Berufung zum Christsein vergessen:

JESUS,
wir bitten DICH;
Hilf uns, dass wir auch heute
und die ganze Woche DICH nicht vergessen
dass wir unsere Kraftquelle in DIR nie verlieren.
Bleibe in uns und lass uns in DIR bleiben
denn DU bist unser HERR;

DU bist unser Licht und unser Heil.
Mache DU uns zum Licht für andere.
Hilf DU uns, gut zu anderen zu sein
und lass uns erkennen,
wenn wir umkehren müssen.

AMEN
Quelle: Bistum Augsburg: Die weihnachtliche Festzeit

Sonntag, 8. Januar 2017

Aussendung der Sternsinger in Bakum

Wie in jedem Jahr wurden auch in diesem Jahr in der Pfarrei meiner Heimatgemeinde die Sternsinger nach einem feierlichen Hochamt ausgesendet. Sie segneten am heutigen Tag jedes Haus und sammelten für einen guten Zweck, diesmal für die Kinder in Kenia. Vier Sternsingerinnen aus unserem Dorf werden unser Bistum diesmal beim Empfang der Sternsinger bei der Bundeskanzerlin Angela Merkel unser Bistum Münster vertreten. Für die vier kleinen Mädchen wird es sicher ein unvergesslicher Moment in ihrem Leben sein. Weitere Fotos von der Aussendung habe ich heute in mein Lokalblog eingestellt.